Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1910)
- Article
- Eine Massenversammlung wider die "Judentaufen"
- Date
- 1910-12-01
- Page
- 807 (sequence 4)
- Language
- German
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Masseuversammlung wider die „Judentanfen". L07 Hastigkeit, die den geschichtlichen Tatsachen wiederspreche. Der Jude stehe auch ans der Höhe der Sittlichkeit; unser reines Familienleben, der Sinn für Barmherzigkeit und Wohltätigkeit, den unser Judentum weit mehr besitzt als seine Umgebung, zeichnet dieses vor anderen Religionen aus. Würden die Renegaten alles dieses sich vor Augen hatten, würden sie nur oberflächlich mit der Geschichte und den Lehren des Judentums vertraut sein, so würden sie es verschmähen, in lügenhafter Weise sich zu einer Religion zu bekennen, der sie ihrer Ueberzeugung nach nicht angehören. Mit einer Verlesung verschiedener Aussprüche christlicher Theologen und Philosophen, die nur Worte der Anerkennung haben für die jüdische Religion, die Religion des Jesaias, schloß der Redner: „Wir aber wollen, jeder in unserm Kreise bemüht sein, die erhabene Vergangenheit, die sittlichen Lehren Israels hochzuhalten; wir wollen nicht allein bei der Abwehr bleiben, sondern wir wollen jeder an seinem Teil bestrebt sein, unsere Kinder und alle diejenigen, die mit uns streben, mit dem Glauben zu erfüllen, daß endlich der Tag kommen wird, wo alle Menschen bekennen werden: Höre Israel! Der Ewige unser Gott, ist der einig-einzige Gott." Nachdem sich der langandauernde stürmische Beifall gelegt hatte, ergriff der Syndikus des Vereins, Herr Rechtsanwalt I)r. Holländer, das Wort und behandelte das Thema „Judentausen" von rein praktischen Gesichtspunkten aus. Die Wirkung einer solchen Versammlung soll darin bestehen, daß bei den Zuhörern Klarheit über Dinge geschaffen werde, die sie vielleicht dunkel empfinden, die sie aber deswegen, weil sie die Gedanken nicht klar erfassen und nicht ui der Öffentlichkeit und Diskussion zu vertreten verstehen^ nicht weiter propagieren können. Es sei notwendig, die Geister zu klären und sie daraus hinzuweisen, une man allen gleisnerischen Reden und trügerischen Argumenten zu begegnen hat, die einem von Täuflingen entgegengehalten werden. Es sei auch vor allem erforderlich, die zu stärken und zu kräftigen, die mehr oder weniger mit dem Gedanken des Abfalls spielen, wenn Stellung, Reichtum und Ehren winken. Tatsächlich sei durch die früheren Vorträge, die überallhin verbreitet worden