Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1910)
- Article
- Die Juden im deutschen Heere
- Date
- 1910-12-01
- Page
- 793 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Juden im deutschen Heere. 793 janiiTtlurtg vorgetragen haben, in einer Resolution zusammen- Massen. R e s o l u t i o n. Seit länger denn einem Vierteljahrhundert ist innerhalb des preußischen .Kontingents kein einziger Soldat jüdischen Glaubens zum aktiven oder Reserveoffizier befördert worden, während wiederholt christliche Söhne jüdischer Eltern zu Offizieren befördert wurden. Dieser grundsätzliche Ausschluß von Personen jüdischen Bekenntnisses von den Offiziersstellen ist verfassungs- und reichsgesetzwidrig und widerspricht nicht nur den Einrichtungen aller anderen zivilisierten Großstaaten, sondern auch der lieb erlief erung des preußischen Heeres, der 'allgemeinen Verfügung des Kriegsministers vom 10. Juni 1908 imb Armeebefehlen des Kaisers. Die heutige Versammlung erhebt Widerspruch gegen die Fortdauer dieses Zustandes. Der Vorsitzende wird beauftragt, vorstehenden Beschluß zur Kenntnis des Reichskanzlers, des Militürkabinetts, des preußischen Kriegsministeriums und der Mitglieder des deutschen Reichstags zu bringen. (Stürmischer Beifall.) Nach dem Beifall, der der Verlesung dieser Resolution gefolgt ist, setze ich voraus, daß die Versammlung sie einstimmig genehmigt hat, (Beifall), und ich werde den mir erteilten Auftrag unverzüglich zur Ausführung bringen. (Lebhafter Beifall.) Es ist kein Zufall, daß von höchster behördlicher Seite feftgestellt werden mußte, daß der erste Träger des Eisernen Kreuzes in den Befreiungskriegen ein Jude gewesen ist. Wir dürfen voraussetzen, daß man auch damals nur dem echten, wirklichen Verdienste damit die Krone hat verleihen wollen. Auch damals hat sich ein Jude durch sein eigenes Verhalten diese höchste Ehre errungen. Lassen Sie uns alle daran ein Beispiel nehmen, lassen Sie uns erzwingen, was uns zukommt, was Neid und Mißgunst uns vorenthalten wollen. Lassen Sie uns geloben, durch unser Verhalten darzutun, daß uns die Rechte, die uns durch das Gesetz verliehen sind und deren Verwirklichung wir erstreben, auch gebühren, und lassen Sie diejenigen Institutionen, die die Verfolgung unserer