Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1910)
- Article
- Die Juden im deutschen Heere
- Date
- 1910-12-01
- Page
- 792 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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792 Jin deutschen Reich. Daß aber der Einwand gegen die äußere Erscheinung nur ein Borwand ist, beweist die Tatsache, daß die Taufe genügt, um das Hindernis zu beseitigen. Nun will ich mir kein Urteil darüber erlauben, welche Wirkungen die Taufe auf den inneren Menschen ausübt, daß die Taufe aber die äußere E r s ch e i n u n g verwandeln und achtunggebietender machen kann, dürfte wohl niemand behaupten wollen! (Große Heiterkeit und Zustimmung.) Aus alledem zeigt sich, daß die Ausschließung sich nicht gegen die Abstammung, sondern gegen die Zugehörigkeit zur jüdischen Religion als solche richtet. Gegen diese Verfassungs¬ und rechtswidrige und eines modernen Staates unwürdige Praxis gegenüber den Angehörigen eines Bekenntnisses müssen wir uns zur Wehr setzen, und wir haben das Vertrauen, daß die in ihr sich zeigende Intoleranz, die weit über die Kreise des Judentums hinaus Erbitterung erregt, in naher Zukunft aufhöreu wird, wenn nur die Behörden ihre Schuldigkeit tun, wenn nur der zuständige Kriegsminister sich bemüht, dem Recht und der Verfassung Ansehen zu verschaffen. Das hoffen die preußischen Juden nicht nur für sich, sondern auch im Interesse der gedeihlichen Entwicklung ihres Vaterlandes. Wir werden stets in Krieg und Frieden uns in den Dienst unseres geliebten Vaterlandes stellen und ihm, wenn es sein muß, wie unsere Väter und Brüder, Gut und Blut zum Opfer bringen — in Treue gegen Kaiser und Reich, gegen König und Vaterland. Wir hoffen aber, gerade weil wir unser Vaterland lieben, daß endlich Aufklärung, Freiheit und Gerechtigkeit mit ihrem Licht die drückenden Nebel des Vorurteils ins Nichts zerstreuen werden. (Stürmischer, anhaltender Beifall.) Vorsitzender Justizrat I)r. H o r w i tz: Die beiden Herren Vortragenden IjaBen mit tiefer Gründlichkeit und mit flammender Begeisterung ausgesprochen, was uns alle beseelt. Indem ich beiden Herren den wärmsten Dank für das sage, was sie für unsere Glaubensgemeinschaft heute geleistet, weiß ich mich eins mit der Versammlung, weiß ich mich eins mit allen unfern Glaubensgenossen. Es ist vorgeschlagen worden, das, was uns heute die Redner unter der begeisterten Zustimmung der ganzen Ver-