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Im deutschen Reich · 1910-12-01 · Heft 12 (Dezember 1910) · p. 790

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
16 (1910)
Issue
Heft 12 (Dezember 1910)
Article
Die Juden im deutschen Heere
Date
1910-12-01
Page
790 (sequence 14)
Language
German
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790 Im deutschen Reich. Ich bin übrigens in der Lage, Mitteilen zu können, daß in einem bestimmten Falle Se. Majestät der Kaiser auch ausdrücklich persönlich die Zurücksetzung von Juden im Heere gemißbilligt hat. Einem jüdischen Einjährigen war trotz Bestehens des Examens am Schlüsse der Dienstzeit die Qualifikation zum Reserveoffizier nicht erteilt worden. Auf Beschwerden des Bakers ließ Kriegsminister v. Einem Erhebungen anstellen, deren Ergebnis war, daß das betreffende Regiment auf ausdrückliche Anweisung des kommandierenden Generals dem Einjährigen die Qualifikation erteilte. Als der Kaiser von diesem Fall erfuhr, mißbilligte er in nachdrücklichen Worten die ursprüngliche Zurücksetzung und erklärte, es dürfe bei der Beförderung im Heere nur nach der militärischen Tüchtigkeit gehen, nicht nach der Konfession. — Ich weiß dies aus einer über jeden Zweifel erhabenen Quelle und will nur betonen, daß mein Gewährsmann kein Glaubensgenosse von uns ist! Die Verfügung des Kriegsministers übte bereits 1008 ihre günstige Wirkung: einige Kommandeure befahlen ausdrücklich, jüdische Einjährige zum Examen, auf .das diese in Voraussicht des üblichen Ergebnisses verzichten wollten, und diese bestanden das Examen. Wäre v. Einem geblieben., so wären vielleicht nach Ableistung der inzwischen erforderlichen Uebungen Ende dieses oder Anfang des nächsten Jahres jüdische Offiziersaspiranten zur Wahl von Reserveoffizieren vorgeschlagen worden. — Daß trotz der Verfügung sich eine weitere Besserung nicht gezeigt hat, liegt einmal darin, daß, wie mitunter in anderen Verwaltungsressorts, auch im Heer eine Fronde die Verwirklichung des Willens der verantwortlichen Z entral - Inst anz und selbst des ob er st en Kriegsherrn gegen Verfassung und Gesetz vereitelt; dann aber bedeutete die Stellungnahme des jetzigen Kriegsministers v. Heeringen in den Reichstagsverhandlungen notwendig einen Umschwung zum Schlechteren. Sein im Reichstag gegen die Beförderung jüdischer Einjähriger zu Reserveoffizieren erhobener Eiuwand, auch die vortrefflichsten Leistungen genügten nicht, die Persönlichkeit des Betreffenden, wie e r vor d i e T r u p p e tritt, m ü s s e a ch t u n g g e -

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