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Im deutschen Reich · 1910-11-01 · Heft 11 (November 1910) · p. 736

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
16 (1910)
Issue
Heft 11 (November 1910)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1910-11-01
Page
736 (sequence 6)
Language
German
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736 Im deutschen Reich. U nzahl I u -d e n gibt, die z u meist aus Spani e n ein gewandert sind und d e m N a m e n nach den katholischen Glauben ongenom m e n ha b e n, ebenso spanisch Vorkommen, wie die, daß die jetzige Revolution zweifellos von diesen Juden aus geht und eine offenkundige Mache der Alliance israelite sei. Die wenigen Juden, die auf der Iberischen Halbinsel leben, haben das größte Interesse an der Ausrechterhaltung von Gesetz und Ordnung, und daß die zum katholischen Glauben übergetretenen Juden in irgendwelchen Beziehungen zu der Alliance israelite stehen, ist eine so lächerliche Annahme, daß selbst die antisemitische „Post" diese Annahme entschieden zurückweist. Die deutschen Juden werden in ihrer Mehrheit stets anerkennen, daß ihre katholischen Mitbürger und insbesondere die Führer des Zentrums, zum großen Teil bereit sind, unseren religiösen Interessen Rechnung zu tragen. So hat in der am 27. September stattgehabten Versammlung des Vereins katholischer Lehrer Breslaus der Vorsitzende nach einer Mitteilung der „Märkischen Volkszeitung" bezüglich der Anstellung jüdischer gefyxet folgendes erklärt: „Es denkt niemand daran, die konfessionelle Schule in Breslau anzutasten. Diese ist gesetzlich festgelegt und daran ist nicht zu rütteln. Der Magistrat ist aber verpflichtet, für den Religionsunterricht der jüdischen Minderheit zu sorgen, was er eben durch Anstellung von vier jüdischen Lehrkräften tun will. Da ein Lehrer doch nicht lediglich mit Religionsstunden beschäftigt werden kann, so ist geplant, die noch zur vollen Zahl fehlenden Stunden durch andere Fächer, die nicht zum Gesinnungsunterricht gehören, auszufüllen; auch werden die jüdischen Lehrer nicht ein Klasfenordinariat erhalten. Hoffentlich wirkt dieses Beispiel dahin, daß immer mehr Gemeinden auch für die katholischen Minderheiten besondere katholische Lehrer anstellen." So wenig die bescheidene Stellung, die man hiernach den jüdischen Lehrkräften anweisen will, befriedigen kann, und der gesetzlich anerkannten Gleichberechtigung der Juden entspricht, zeigt sich doch in diesen Worten immerhin ein erheblich größeres Gerechtigkeitsgefühl, als es vielfach anderweit beobachtet wird. Wahrscheinlich wird

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