Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 11 (November 1910)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1910-11-01
- Page
- 735 (sequence 5)
- Language
- German
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auch Lurch die Einschüchterung der Mittelstaudskreise zu verhindern. Dabei kommt ihnen Las Schreckgespenst der Anarchie ebenso zustatten wie der alte antisemitische Trick, alle widerwärtigen Vorkommnisse den Juden in die Schuhe zu schieben, selbst limm auch nicht das geringste Anzeichen für eine jüdische Einmischung vorhanden ist. In einer am 6. Oktober im Marinehause in Berlin abgehaltenen Versammlung des deutsch - konservativen Wahlvereins hat Rechtsanwalt Ulrich die S tr e ikkr aw alle in Moab iL als eine sozialdemokritsche Macht- und Kraftprobe dargestellt, welche die Bürgerschaft dazu bringen müsse, sich schützend um Thron und Altar zu scharen. Darauf hat der Redakteur der „Staatsbürger-Zeitung", Dr. Oesterreich er,, schlankweg behauptet, die Vorgänge seien eine Folge des „v o m internationalen Judentum gesäten Gei st e s"; in Berlin habe ein jüdisch-demokratischliberales Bürgertum den Boden für die Revolu- Lionsbewegung gedüngt. Die Unrichtigkeit dieser Ausführungen sollte wirklich jedem vernünftigen Menschen ebenso einleuchten wie die Tatsache, daß es die von den internationalen Judenhetzern seit einigen Jahrzehnten rastlos betriebene Düngearbeit gewesen ist, die überall den Boden für die Anarchie erst fruchtbar gemacht hat. Der internationale Antisemitismus zeitigt fort und fort in der „Staatsbürger-Zeitung" neue Blüten; bald ist es ein tschechischer Antisemit, der in dem judenfeindlichen Blatt zu Wort kommt; bald müssen die französischen und russischen Hetzereien der .,Libre parole”, der „Nowoje Wremja" und der „Snamja" diesem Zwecke dienen. Die Mitarbeiterschaft des Pseudotürken „Schückri" oder eines von dem Stockholmer Rabbiner Or. Klein genügend gekennzeichneten schwedischen Korrespondenten und last not least eines in Berlin lebenden Portugiesen Alfonso da Penha muß das leichtgläubige Lesepublikum des Antisemitenblattes gegen die Juden Hetzen und ihm mindestens vor dem Popanz der j üdi sch e n R e v o l u t i o ns a n ze t t e l e i bange machen. Der Name Alfonso da Penha klingt übrigens mehr spanisch als portugiesisch, und wer Portugal kennt, dem wird die Behauptung, daß es „dort eine