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Im deutschen Reich · 1910-11-01 · Heft 11 (November 1910) · p. 733

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
16 (1910)
Issue
Heft 11 (November 1910)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1910-11-01
Page
733 (sequence 3)
Language
German
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Umschau. ein und versicherte, daß sich der Kamps der konservativen Partei auch „gegen die Ansprüche des Judentums auf eine führende und autoritative Betätigung in Politik, Heer und Verwaltung richtet, für die es uns nicht geeignet erscheint." Dazu bemerkte der „Hannoversche Courier": „Der Widerspruch aus konservativen Kreisen hat also eine beträchtliche Einschränkung der heroischen Anwandlung der „Kreuzzeitung" veranlaßt, denn wem man das Recht auf eine führende Betätigung in der Politik abspricht, dem kann man auch das passive Wahlrecht in den Parlamenten nicht zuerkennen; und entsprechend auf anderen Gebieten." Auch andere liberale Blätter haben dem konservativen Versuch, von den entschiedenen Antisemiten abzurücken, keine größere Bedeutung beigelegt: insbesondere hat ihn die „Königsberger Hartungsche Zeitung" darauf zurückgeführt, daß die Konservativen in mehr als einem Wahlkreis in den ihnen nahestehenden Antisemiten ihre schärfsten Gegner entdeckt haben. Gegen die auf dem .christlich-sozialen Parteitage von dem Abgeordneten Behrens ausgesprochene Behauptung, daß die Christlich-Sozialen die Träger des konservativen Gedankens im Westen seien, hat der Vorstand des konservativen Provinzialverein-s für die Rheinprovinz entschieden Verwahrung eingelegt. Aber diese Zerwürfnisse innerhalb der mehr oder minder antisemitisch angehauchten Fraktionen konnten bei der Uebermacht des judenfeindlichen Agrariertums keinen Augenblick in jüdischen Kreisen die Hoffnung aufkommen lassen, daß einigen freundlichen konservativen Worten über die Judenfrage irgendeine judenfreundliche Tat folgen werde. Daß sie aber doch nicht ganz spurlos verhallt sind, sondern bei den einer Annäherung an die Parteien der Rechten geneigten UationallifKrälcn einen Widerhall gefunden haben, dafür lieferte nachstehende Aeußerung der „Köln. Ztg." den deutlichsten Beweis: „Auffallend ist es, daß solche Blätter, die sonst die Verteidigung des Judentums zu ihrer besonderen Aufgabe machen, statt mit großer Befriedigung Kenntnis zu nehmen von der Erklärung der „Kreuzzeitung", daran herummäkeln und nun auch gleich verlangen, daß sie das

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