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Im deutschen Reich · 1910-11-01 · Heft 11 (November 1910) · p. 719

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
16 (1910)
Issue
Heft 11 (November 1910)
Article
Unsere akademische Jugend
Date
1910-11-01
Page
719 (sequence 11)
Language
German
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Unsere akademische Jugend. 719 vieler Juden, die selber aus paritätischen Bereinigungen hervorgegangen sind, wenden sich heute der jüdischen Verbindung zu, ums am besten zeigt, wie die neue Zeit und der neue Geist auch neue Ideale geschaffen haben. Die logische Folgerung erscheint klar! Wenn sich ergibt, daß durch die Erziehung so mancher paritätischer Korporationen der junge Jude überhaupt keine Anschauung vom Judentum und seinen Problemen erhält, sondern in Unwissenheit und Gleichgültigkeit erhalten wird, wenn sich ferner zeigt, daß nur zu oft in ihm die Würde und Selbstachtung 'untergraben und er sogar aus dem Judentum Hinausgetrieben wird, so lautet die einfache und selbstverständliche Forderung, daß u n L e r den nun einmal heute herrschenden Verhältnissen, die gewiß nicht als ideale betrachtet werden dürfen, der jüdische Student, her aktiv werden will, wo nicht wirklich paritätische Vereine vorhanden sind, in die jüdische Verbindung gehört. Ausgabe der Eltern wie namentlich auch der Religionslehrer muß es sein, die jungen Menschen, die von frohen Hoffnungen erfüllt und von ernstem Willen beseelt aus der engen Schulstube auf den freien Boden der Hochschule treten, diesen Weg zu weisen, der sie am besten für das Leben erzieht. Nur wenn Eltern und Lehrer sich ihrer unendlichen Verantwortung dem Judentum gegenüber bewußt sind und diese Mahnung beherzigen, ist auf eine Gesundung im akademischen Leben zu hoffen. Nur dann wird eine der schlimmsten Quellen für die widerlichen Erscheinungen, die unser gesamtes jüdisches Leben noch immer zersetzen und vergiften, für Feigheit und würdelose Kriecherei, verstopft werden, nur dann werden wir für unsere jüdische Arbeit einen geeigneten Nachwuchs heranj bilden, wenn die Erziehung des jüdischen Studenten durch - den geeigneten Erzieher in die rechte Bahn geleitet wird, durch die jüdische Verbindung! : Das Aufstellen einer solchen Forderung bedeutet freilich 'noch keine Lösung der Frage. Sie enthebt uns keineswegs -Per Verpflichtung Anstalten zu treffen, damit auch jene Studenten, welche trotzdem paritätischen Korporationen anigehören, für die Ideen des Central-Bereins gewonnen werden. kAnd die ganz gewiß vorhandene Schwierigkeit, diese jnngen Tünte, die so entgegengesetzten Einflüssen ausgeliefert sind,

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