Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1910)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1910-10-01
- Page
- 695 (sequence 3)
- Language
- German
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VereinsnaHrichten. 695 verwerfliche Aeußerung der Sozialistin Dr. Rosa Luxemburg geknüpften Kommentars in israelitischen Kreisen Anstoß erregt. Wir geben zu, daß fraglicher Kommentar, der von den „zersetzenden Elementen des sozialistischen Judentums, welche das Volk dem Sozialismus und Anarchismus in die Arme führen", sprach, gegen Schluß so gehalten war, daß er mißverstanden und als gegen das Judentum überhaupt gerichtet gedeutet werden k o n n t e. Daß ein derartiger Ausfall g e g e n die Israeliten von uns nicht beabsichtigt war, dafür spricht die ganze bisherige H a l - tung unserer Zeitung. So wenig wir für Taten und Aeußerungen von Sozialisten und Anarchisten, die von christlichen Eltern abstammen, das Christentum verantwortlich machen lassen wollen, so wenig halten wir es für angängig, das Judentum verantwortlich zu machen für Aeußerungen und Taten von Sozialisten und Anarchisten, die von israelitischer Abstammung sind. Der Artikel war auch gar nicht für die „Neue Augsburger Zeitung" bestimmt und wäre in derselben auch nicht veröffentlicht worden, wenn der verantwortliche Leiter nicht wegen Krankheit abwesend gewesen wäre. Wir stehen darum nicht an, dem Bedauern über das Erscheinen des fraglichen Artikels in unserem Blatte offen Ausdruck zu geben." Diese Berichtigung ist ein schöner Erfolg unserer Vereinsmitglieder; wir empfehlen, in allen Fällen gleich energisch vorzugehen. — Infolge des von uns im vorigen Heft dieser Zeitschrift S. 627 besprochenen Inserats der Victoria Brauerei Aktiengesellschaft in Stralau, nach welchem diese eine junge Dame, „Christin", zu engagieren sucht, geht uns folgendes Schreiben zu: „Da mir die ganze Angelegenheit vollständig unbekannt war, so ging ich ursprünglich von der Ansicht aus, daß es sich hier um einen Irrtum Ihrerseits handeln könne. Bei genauer Recherche habe ich aber zu meinem Bedauern feststellen müssen, daß während meiner Ferienabwesenheit durch den unbegreiflichen Mißgriff eines Beamten die Annonce