Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1910)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1910-10-01
- Page
- 674 (sequence 7)
- Language
- German
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o74 Üm dculjchcil yiciil;. Fall wäre, und eine immedjtn '.licht zu unterschätzende Bürgschaft für die Zukunft darin erblickeil. Zunächst bleibt abzuwarteu, ob das Referat über die Rede irgendwie berichtigt wird und, wenn nicht, w i e s i ch K a i s e r u n d R e g i e r u n g zu dies e m P r o n u n z i a m iento des K r o n.p r i n z e ll stellen werde n." Die Rede ist nicht berichtigt worden; denn sie hat nichts wesentlich Neues denen gebracht, die sich der Teilnahme des .Kronprinzen an einem Fest des Vereins deutscher Studenten erinnern und davon überzeugt sind, daß bei den „Borussen" derartige „völkischen" Redewendungen gang und gäbe sind, ohne Liefere Bedeutung zu haben. Es ist sehr zu bezweifeln, daß sie eine Kundgebung des Thronerben für Auffassungen bedeuten, „die der jetzigen Regierungspolitik mit ihren internationalisierenden Ausgleichs- und Versöhnungstendenzen diametral zuwiderlaufen", was den Wünschen der „Hamburger Nachrichten" und der chauvinistischen „Alldeutschen" entsprechen würde, aber den: deutschen Kronprinzen wohl kaum in den Sinn gekommen ist. In jener Zeit, in der einst der jetzige Kaiser sich als Prinz zum Besuch der Waldersee- Bersammlung bewegen ließ, haben sich die Tivoli-Konservativen und die radikalen Antisemiten genau mit denselben Hoffnungen getragen, wie jetzt nach der nationalen Rektoratsrede. Auf die Regiernngspolitik hat aber jenes Herandrängen der Anhänger Stöckers an den damaligen Prinzen Wilhelm keinen Einfluß gehabt und ihnen nur das tiefste Mißfallen aller wahrhaft monarchisch Gesinnten zugezogen. Daß die Knappen der Reaktion, die sich jetzt trotz dieser Umschmeichelung des Thronerben als „Schildträger der Krone" und als die treuesten Stützen von Staat und Kirche aufspielen, alles mögliche versuchen, um den gänzlichen Zusammenbruch ihrer Parteisache zu verhüten, ist begreiflich. Müssen sie doch endlich darauf verzichten, als Beschützer des Mittelstandes und wahre Volksfreunde zu gelten, nachdem sie so viel dazu beigetragen haben, die schwersten Lasten auf die Schultern der breitesten Volksschichten abzuwälzen. Jahrelang haben sie auch behauptet, die schneidigsten Bekämpfer der Sozialdemokratie zu sein, aber jetzt zeigt es sich mehr und mehr, daß niemand diese Partei bewußt oder unbewußt mehr gefördert, als die Antisemiten, die weite