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Im deutschen Reich · 1910-10-01 · Heft 10 (Oktober 1910) · p. 673

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
16 (1910)
Issue
Heft 10 (Oktober 1910)
Article
[Ohne Titel]
Date
1910-10-01
Page
673 (sequence 6)
Language
German
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Umschau. 613 soll er ruhig zu Hause lassen. Denn deren Begleitung und Ratschläge kommen in der Regel einen? Fürsten teuer zu stehen: sie kosten ihm die Liebe eines Teiles seines eigenen Volkes. Und das ist immer eine schlimme Sache. Denn die Pflicht allein genügt nicht, um in bcn Stürmen der Zukunft fest zu stehen. In schwerer Zeit schützen nicht die Geldsäcke und ihre internationalen Besitzer den König, sondern nur jene Männer, deren Herzen in Liebe für ihn schlagen und erglühen. Und — Gott fers geklagt — gerade in dieser Hinsicht ist in den beiden letzten Jahrzehnte:; ein ungeheures Kapital verloren gegangen. Schließlich ist cs doch auch kein Ruhm, wenn es in einer späteren Geschichte schreibung heißen wird: Unter der Regierung Wilhelms II. wurde das arbeitende Deutschtum nicht genügend gepflegt, dagegen das geldbesitzende fremde bevorzugt. Dadurch vertiefte sich die Kluft im Volke mit reißender Schnelligkeit." Unter der Ueberschrift: „K eine i s r a e l i t i f ch e L eib - g a r d e" zählten am 14. September die „Deutsch-Sozialen Blätter" die Namen der Herren auf, die den Kronprinzen nach Ostasien begleiten, und fügten die Worte hinzu: „Gott sei Dank, daß unser Kaisersohn sich vor dem Aus land e ni ch t b lo ß st e ll t mit einem G esolg e von Bors enjobbern, Kohlen w u ch e r e r n u rt d B a u m w o l l s p e ku l a n t e n. Diese häßlichen Berufe und ihre ebenso abstoßenden Vertreter sind denn doch wirklich keine Empfehlungsbriefe." Aber nicht nur diese radikal-antisemitischen Organe, sondern auch die „Post", die „Tägliche Rundschau", der „Tag" und andere konservative und alldeutsche Parteiblätter äußerten sich in einer Weise, die keine andere Auffassung zuließ, als die Absicht, den künftigen Herrscher auf Kosten des jetzigen zu verherrlichen. Bon dem kronprinzlichen Satz der „d v o I) e n b e n Verwis d) u n g d e r Volk i s ch e n E i g e nart" entzückt, schrieben die „Hamburger Nachrichten": „Ist dieser Passus richtig wiedergegeben, so liegt darin eine Kundgebung des de u t s ch e n T h r o n - erben für Auffassungen, die der jetzigen Regie r it n g s- Politik mit i h r cn inte r nntion a l i s i e r c ir b c n?f u s g l e i ch s - und Bersöhuungstendenzen d i a m e t r a 1 z uw iderla u f e n. Wir würden uns freuen, wenn das der

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