Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1910)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1910-10-01
- Page
- 672 (sequence 5)
- Language
- German
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672 Im beutfdjen dteiä). Protestanten bezeichnen, so geschieht dies nur iin Gegensatz zu Noin. Das fühlt man auf kirchlicher Seite sehr wohl. Denn neulich drohte ein protestantischer Eiferer, der Hauptpastor Dy. Behrmann in Hamburg, die Missionsarbeit des Bonisazius müsse von neuem begonnen werden, und ein neuer Karl der Große müsse die wieder zu Heiden gewordenen Sachsen -nochmals mit Gewalt bekehren. — In der Tat sind die Spuren, Wie das Christentum in unserem Volke hinterlassen hat, sehr geringfügig; im Denken und Handeln ist hier jeder Bauer — u n d a u ch jeder L a n d p a st o r alten Schlages — e i n echter guter Heide. So ist es bei uns; ich würde gern hören, ob es anderswo anders ist." Wir lassen es dahingestellt, wie weit diese Gesinnungen in die breiten Massen des Volkes eingedrungeu sind, aber wenn wirklich „Christentum und Deutschtum unzertrennlich" wären, dann ist es nicht zu verstehen, daß gerade in den Organen, die sich als christlich-sozial oder christlich-national bezeichnen und die Programme konservativer Parteien vertreten, -ie Kömgshexgex Rektoratsreöe öes Kronprinzen deshalb bejubelt wurde, weil sie Bürgschaften für die Zukunft in den folgenden Worten zu finden glaubten: „Vielmehr sehnen wir uns nach Betonung unseres d e n t s ch n a t i o n a len B o l k s t u m s im Gegensatz zu den internationalisierenden Bestrebungen, die unsere gesunde völkische Eigenart zu v er w i s ch en drohen." Die „Staatsbürger-Ztg." schrieb sofort: „Als solche Worte bekannt wurden, leuchteten alle deutschen Augen, Herzen schlugen höher. Deutsch-national heißt in der Negation „kein jüdischer Geist". Kein Geringerer als der Kronprinz des Deutschen Reiches hat sich zum deutsch-nationalen Volkstum bekannt." Und was dabei noch unausgesprochen blieb, das hatten die „Deutsch-Sozialen Blätter" schon am 17. August wie folgt ausgeplaudert, als sie von der jüdischen Reisebegleitung des Kaisers schrieben: „W i r w ü r d e n e s a u f s t: e f st e b e d a u e r n, w e n n de r K r o n p r i n z h i e r i n s'e i n e n Vater z u m V o r b i l b c w ä h l t e. Die „erläulernden Fachleute" im Sinne des „Konfectionär"