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Im deutschen Reich · 1910-09-01 · Heft 9 (September 1910) · p. 616

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
16 (1910)
Issue
Heft 9 (September 1910)
Article
Berlin
Date
1910-09-01
Page
616 (sequence 3)
Language
German
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616 Im deutschen Reich. F irmenschild an den Mann zu bringen, und die sich nicht scheuen, allen denen, die nicht für ihre Forderungen zu haben sind, nationale Gesinnung ab zu sprechen. Darum müssen wir, und namentlich die jüngeren unter uns, die im Idealismus der Jugend noch eher geneigt sind, sich durch Worte blenden zu lassen, uns hüten vor der Phrase und den falschen Propheten. Echt deutsche Gesinnung zeigt sich vor allem in der Opferwilligkeit, in der Fähigkeit, um des großen Ganzen, des geliebten Vaterlandes willen auf E i g e n v o r t e i l e verzichten zu können, zeigt sich in der Vornehmheit der Denkungsweise, die auch dem politischen Gegner die Achtung nicht versag t. Und darum: Wenn wir selbst im politischen Kampfe stehen, so wollen wir ihn mit Ritterlichkeit und edlem Anstand führen, wollen zeigen, daß das humane und weitherzige Verstehen und Verstehenwollen Andersdenkender im Sinne unseres Altmeisters Goethe auch zu den Geboten politischer Moral gehört." — Es bleibt abzuwarten, ob solche Gesinnungen im „Verein deutscher Studenten" einen Widerhall finden: bisher ist davon noch nichts Zu bemerken gewesen. Wenn der Verband wirklich sich dazu ermannt, alle Versuche zurückzuweisen, ihn für parteipolitische Zwecke dienstbar zu machen, würde er sich schon vorteilhaft von dem „Verbände deutsch-nationaler Handlungsgehilfen" unterscheiden, der sich bei ihm wiederholt anzubiedern versucht hat. — In einer Besprechung der Einwirkungen des Besuchs von Badeorten auf Zuckerkranke erörtert Dr. Hermann Reu - m a nn -Potsda m in der „Zeitschr. für Balneologie" die Notwendigkeit, für solche Kranke ausschließlich Kurorte zu wählen, in denen sie keine Unruhe 'und Aufregung zu befürchten haben, ihr Herz erquickt und ihre Seele froh gestimmt wird. Er sagt deshalb: „Es ist endlich an der Zeit, auch gegen den „Lärm", den Politik, Klassenhaß und Rassenhaß in unsere Bäder hineintragen und den Kranken schaden, einige Worte zu sagen. In unserer Zeit, welche durch ihre Sucht zu nationalen und politischen Streitigkeiten und Parteiungen ausgezeichnet ist, werden rücksichtslos jene Kämpfe in solche Stätten getragen und dort zum Austrag gebracht welche wegen ihres Zweckes heilig und Orte des Friedens sein müßten. In diesen Kurorten, welche hauptsächlich der

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