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Im deutschen Reich · 1910-09-01 · Heft 9 (September 1910) · p. 594

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
16 (1910)
Issue
Heft 9 (September 1910)
Article
Aus alter und neuer Zeit
Date
1910-09-01
Page
594 (sequence 4)
Language
German
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594 Im deutschen Reich. man, wie es auch kommen mag, den Franzosen in den Weg treten müsse, und man ist nur darüber erstaunt, daß von Seite der Königlichen Staatsregierung noch nicht Vorkehrungen genug getroffen sind, daß noch nicht unsere Truppen da sind. Wir wollen unter allen Umständen mit Deutschland gehen, mit Deutschland gegen Frankreich, was auch daraus werde. Meine Herren! Die Pfalz ist einmütig bereit, in dem Bewußtsein Ihrer Unterstützung, d. h. von beiden Seiten dieses Hauses, im Notfall lieber unterzugehen als schmachvoll zu bestehen unter dem Schutze Frankreichs. Die Pfalz kennt und weiß, was ihr bevorsteht; sie hat die Geißel des Krieges schon mehr als einmal, sie hat auch den Druck der Fremdherrschaft gefühlt. Meine Vaterstadt hat 114 Jahre anhaltend unter der französischen Herrschaft gestanden und will dies nicht mehr erleben. Wir wissen, daß wir von unseren norddeutschen Brüdern im Jahre 1813 von der Fremdherrschaft befreit wurden und daß wir jetzt mit ihnen gehen müssen trotz aller Gefahr. Wir rechnen auf Ihren Beistand hüben und drüben und hoffen, daß Sie uns nicht ohne Kampf unrergehen lassen. Wenn Sie neutral bleiben, sind wir für Sie verloren." Der diese Worte sprach, am 19. Juli 1870, war ein Jude aus Landau, der wußte, daß eine Stunde nach der bayrischen Anerkennung des Bündnisfalles die Franzosen vor seinem Haus erscheinen und es dem Erdboden gleich machen konnten. * Zum Schluß die Geschichte aus neuester Zeit. War da irgendwo ein Oberlandesgerichtsrat, der als schneidiger Korpsstudent die Kollegin dennoch nicht geschwänzt, als Offizier dem Kaiser gedient, als Staatsanwalt seine Pflicht getan und sich allgemach einen Ruf erworben hatte, daß man von Amtsgenossen aus die Frage, ob sie ihn kennen, die verwunderte Antwort erhielt: „Den nicht kennen? Es ist der beste Jurist in unserm Lande!" Das meinte auch seine Regierung und erkundigte sich bei ihm, ob er bereit sei, Reichsgerichtsrat zu werden. Er sagte zu, und sie schlug ihn vor. Aber siehe da, in Berlin

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