Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1910)
- Article
- Der Ritualmord-Prozeß zu Kutais im Jahre 1879
- Date
- 1910-07-01
- Page
- 562 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2316602-2316791-2316799-2343505--20606-2343614- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
562 Inr deutschen Reich. zuerst 1614 dom getauften Juden Brenz ausgestellt; d-er Jesuit. Radergis meinte, jede Judenfrau gebrauche bei jeder Niederkunft Christenblut. Der Ungar Bonfonius behauptete, daß bei den Juden auch die Männer periodischen Blutungen unterworfen seien und daß sie während dieser Perioden Christenblut brauchen. Der bekannte russische Verfechter des Ritualmordmärchens Serafirnowitsch stützt seine Thesen aus die jüdischen Werke „Siwchelew" und „Chachmes-Niter", die nie eristiert haben, denn der Titel des ersten Buches hat hebräisch überhaupt deinen Sinn, während der Zweite Titel grammatikalisch falsch ist. Autoren wie Ljubanskis und Serafimowitsch zitieren zur Bekräftigung ihrer Behauptungen Paragraphen und Kapitel des Talmuds; nun wird der letztere nie in Paragraphen eingeteilt, die Abschnitte werden daaegen nie *mit einer Ordnungszahl, sondern immer mit dem Anfangswort bezeichnet. Ljutostanskii zitiert das 71. Kapitel ans dem Talmudertrakt „Aweda-Sora", während dieser Traktat nur fünf Abschnitte hat. Die Ankläger im Saratower Ritualmordprozeß Bogdanow und Krüger behaupteten, daß die Juden das Christenkind zuvor beschneiden und dann erst abschlachten. Dies ist aber der größte Blödsinn; wäre es wirklich so, so schlachteten die Juden ein beschnittenes, folglich ein jüdisches und kein christliches Kind ab. „Es wird noch behauptet, daß die Juden Christenkinder lediglich aus Haß gegen Christen und Christentum abschlachten. Nun frage ich: was tritt in der Weltgeschichte und Weltliteratur mehr Zutage, der Haß der Juden gegen die Christen oder der Haß der Christen gegen die Juden? „Verbreitet ist auch die Ansicht, daß die Juden das Christenblut zu Ostern brauchen, um das rituelle Osterlamm mit einem Christenkiude' zu ersetzen. Das Alte Testament schreibt aber ausdrücklich ein Lamm und kein Kind vor. Dann wird noch gesagt, mit dem Blute werden die Türpfosten bestrichen. Diese Methode wäre am meisten zu begrüßen, denn sie würde der Justiz die wertvollsten Corpora delicti uni> Spuren liefern; in keinem Ritualmordprozeß war aber bisher von solchen Spuren die Rede. Am häufigsten wird aber behauptet, die Juden brauchen das Christenblut bei Anfertigung von Mazzes. Ich will nur auf die Worte, des bekannten Priesters Protopop.ow Hinweisen, welcher er-