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Im deutschen Reich · 1910-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1910) · p. 554

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
16 (1910)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1910)
Article
Der Ritualmord-Prozeß zu Kutais im Jahre 1879
Date
1910-07-01
Page
554 (sequence 12)
Language
German
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554 Im deutschen Ne ich. darauf sei eine Menge aufgeregter Juden in den Hof gekommen und habe den Elikschwili sortgefchleppt. Elikschwili habe dabei die Juden beschimpft und u. a. gesagt: „Euer Glauben ist ein Schweineglauben." Der Zeuge Duschiaschwili, Dorfschulze, bekundet, er hätte den Elikschwili am betreffenden Tage in einem Zustande sinnloser Trunkenheit gesehen. Seine Glaubensgenossen wollten ihn einsperren, er hätte sich aber befreit und fei zum Fürsten Zereteli gelaufen, auf dessen Hof sich der eben geschilderte Vorgang abspielte. Auf die Frage des Staatsanwaltes nach seiner Religion, erklärt der Zeuge, er sei Jude. Der Zeuge Joseph Jakobschwili will gehört haben, wie ein jüdischer Knabe einen älteren Juden nach dem ermordeten Christenkind ausfragte (siehe Anklage). Ferner will er gesehen haben, wie der Jude Nato Zaziaschwili von Haus zu Haus ging und alle Juden zu einer Versammlung lud. Eine alte Jüdin hätte dem Nato gesagt, sie lasse ihren Sohn nicht in die Versammlung gehen; dieser sei bei der Ermordung des Mädchens nicht beteiligt gewesen und sie wolle nicht, daß man ihn jetzt in diese Angelegenheit verwickle. Der als Zeuge vernommene Gemeindebote Nato Zaziaschwili bestreitet die Aussage des Jakobschwili. Am betreffenden Tage sei gar keine Versammlung gewesen. Der Zeuge Gregor Zereteli will nachts zwei berittene Juden gesehen haben; in dem einen glaubt er den Angeklagten Mosche Zaziaschwili erkannt zu haben. Nach dieser nächtlichen Begegnung hätte er den Zaziaschwili nicht wiedergesehen. In der Voruntersuchung hat dieser Zeuge aber gesagt, Mosche Zaziaschwili hätte ihn später ausgesucht und gebeten, niemand ein Wort von dieser Begegnung zu sagen. Zereteli sagt, daß seine zweite Aussage die wahre sei. Der Zeuge Jurkewitsch behauptet, auf dem Markt zu Satscl cheri das Gespräch zweier Juden, von denen der eine Mosch: Zaziaschwili war, belauscht zu haben; es seien dabei die Worte gefallen: „Wenn wir die Sache nicht ordentlich in die Hand nehmen, so wird unsere Schuld auf gedeckt werden." Als letzter Zeuge wird Jzchak Tetroaschwili vernommen. Dieser ist am kritischen Tag den drei Zweniaschwili und dern Chundiaschwili begegnet. Diese hätten zwei große Säcke mitgehabt, in den: einen sei ein Bock, in dem andern -

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