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Im deutschen Reich · 1910-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1910) · p. 547

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
16 (1910)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1910)
Article
Der Ritualmord-Prozeß zu Kutais im Jahre 1879
Date
1910-07-01
Page
547 (sequence 5)
Language
German
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Der Ritualmord-Prozetz. zu Kutais im Jahre 1879. 547 sagen hervor: Der Zeuge Gagatischwili begegnete den Juden auf der Landstraße auf der Hälfte des Weges zwischen den Ortschaften Perewisi und Satschcheri und hörte ein Kind stöhnen. Einer der Juden hätte dann den Bock am Ohr gezupft, damit dieser schreie und so das Stöhnen des Kindes übertöne. Der Zeuge Gotschedschiladse begegnete den Juden 5 Werst vor der Ortschaft Satschcheri und bemerkte, daß in einem der Säcke etwas zappelte. Aus seine Frage, was in dem Sacke sei, erklärte ihm der Jude, es seien Gänse. Der Zeuge meinte, dies sei keine Art, Gänse zu transportieren, denn diese müßten unbedingt ersticken, worauf der Jude erwiderte: „Die Gänse können ruhig krepieren." 10. Sarra Modebadse befand sich in einem der Säcke und lebte noch, als die Juden nach Satschcheri kamen. Dies wird von 6 Zeugen bestätigt. Diese sahen die Juden am 4. April die Marktstraße heraufreiten und hörten gleichzeitig ein Kind stöhnen. Die Juden bemühten sich, das Stöhnen mit lautem Schreien zu übertönen, auch hieb einer der Juden unausgesetzt mit einer Reitpeitsche auf den Bock ein, der infolgedessen entsetzlich schrie. Die Juden schienen große Eile zu haben und in großer Aufregung zu sein. 11. Viele Zeugen bestätigen, daß zwischen den Juden und dem Joseph Modebadse keinerlei Feindschaft bestand. Hierdurch wird der Einwand der Juden, Modebadse beschuldigte sie aus Feindschaft, nichtig. Aus obigen Gründen geht klar hervor, daß Sarra Modebadse am 4. April, also gerade am Vorabend des jüdischen Osterfestes, von den Angeklagten in einem Sack in die Werst entfernte Ortschaft Satschcheri entführt und -später als Leiche mit Zeichen eines gewaltsamen Todes auf ein Feld, 2ya Werst von Perewisi entfernt, geschafft wurde. Am 6. April kam in den Hof des Adelsmarschalls Fürsten Zereteli der Jude Michel Elikschwili, Nachbar und Verwandter der Angeklagten, in größter Aufregung gelaufen und verlangte sofort den Fürsten zu sprechen, dem er ein Geheimnis anzuvertrauen habe. Den im Hofe anwesenden Zeugen erklärte Elikschwili auf Befragen, daß seine Glaubensgenossen soeben ein Christenkind zu Tode gemartert hätten. Er schimpfte dabei auf die jüdische Religion und nannte sie „schweinisch". Bald darauf kam in den Hof eine Anzahl höchst aufgeregter

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