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Im deutschen Reich · 1910-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1910) · p. 546

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
16 (1910)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1910)
Article
Der Ritualmord-Prozeß zu Kutais im Jahre 1879
Date
1910-07-01
Page
546 (sequence 4)
Language
German
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Im deutschen Reich. 54-6 Seitengüßchen ab geschwenkt, denn sie genierten sich, mit dem Geflügel über die belebte Straße zu fahren. Trotz des hartnäckigen Leugnens der Angeklagten, -ergab die Voruntersuchung eine Reihe sehr belastender Tatsachen und zwar: 1. Es steht fest, daß Sarra Modebadse mit ihrer Schwester Maja am 4. April das Haus der Eltern verließ und sich zum Nachbarn Paul Zchadadse begab. Dies wird von zehn Zeugen bestätigt. 2. Paul Zchadadse und seine Angehörigen sowie Maja Modebadse bestätigen, daß Sarra Modebadse im Gehölz zugegen war und sich dann in der Richtung zur Landstraße entfernte nrtb zwar gerade zu der Zeit, als die Juden vorbeiritten. 3. Die Zeugin Turfa Zchadadse besagt, sie habe die Juden gefragt, ob sie ihr nicht etwas verkaufen wollen; die Juden hätten geantwortet, sie hätten keine Zeit. Darauf habe die Zeugin der Sarra zum Scherz gesagt: „Wenn dich die Juden erwischen, bekommst du von ihnen ein schönes Kleid", worauf die Kleine den Juden entgegengeeilt sei. 4. Drei Zeugen sahen Sarra die Landstraße in dem Augenblick betreten, als vier Juden vorbeigeritten waren und als sich drei weitere berittene Juden näherten. 5. Der Gerichtsvollzieher Kordussaja, der sich Zufällig in einem Hause eine halbe Werst von der Landstraße entfernt befand, sah mehrere Juden vorbeireiten; das Mädchen sah er aber nicht, woraus folgt, daß Sarra bereits entführt war. 6. Die Zeugen Georg Modebadse und Dimitrij Zereteli sahen die Juden und hörten eine Kinderstimme: „Mutter, hilf mir, hilf!" 7. Der Zeuge Zereteli lief darauf gleich auf die Landstraße. Er sah, wie einer der Juden einen Sack an seinen Sattel befestigte, während seine Kameraden ihm zuriefen: „Schnell, beeile dich!" Folglich wurde das Kind in einem der Säcke entführt. 8. Die Juden führten, wie erwiesen, einen einjährigen Bock in einem Sack mit sich. Folglich konnte auch das Kind sehr gut in einem Sack von solchen Dimensionen Platz finden. 9. Das Kind wurde von den Angeklagten nach Satschcheri gebracht. Dies geht aus folgenden Zeugenaus-

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