Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1910)
- Article
- Judentaufen
- Date
- 1910-07-01
- Page
- 521 (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
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Jud Mausen. 521 die von beit triumphierenden Ettern bei Festgelegenheiteu aufgebaut und ganz besonders ausgezeichnet werden. Ich übertreibe nicht, denn jedes Wort ist leider nur zu wahr. Die Kinder werden direkt zum Unglauben durch ihre eigenen Eltern gezüchtet, der Akt der Taufe ist unter diesen Umständen ein Akt der Verlogenheit vor Gott und Menschen und vom religiösen Standpunkt aus ein Seelenverkauf. Wo in der Welt ist je ein so skandalöser Handel mit Treu und Glauben vorgekommen? Nennet uns doch nur ein anderes Volk, eine andere Glaubensgemeinschaft, die sich in dieser verächtlichen Weise erniedrigt hat. Wenn unsere Vorfahren durch eine barbarische Unduldsamkeit oft gezwungen wurden, Hausierer zu werden und, um ihre Familie und sich zu ernähren, Schacher zu treiben, so lag darin trotz des Spottes des bornierten Pöbels nichts Unehrenhaftes und nichts Beschämendes. Aber wenn ihr aus Uebermut und falschem Ehrgeiz mit eurer Ueberzeugung Schacher treibt und eure Kinder mit hineinreißt, dann soll die Welt mit Fingern auf euch weisen und mit voller Wahrheit aüsrufen, da habt ihr sie, da sind die Judas- Verräter. Ihr wollt den Kindern die Wege des Lebens ebnen, aber sie müssen zu oft auf diesen als schwankende Gestalten einhergehen, die nach außen den Anhalt suchen, den sie im Inneren nicht finden. Wenn die Apostaten, wie es früher der Fall war, keinen Verkehr mit den verlassenen Glaubensgenossen hätten, so wären sie bald ganz verlassen, denn die Christen mögen im Grunde ihres Herzens die abgefallenen Juden noch weniger als die ihrem Glauben treu gebliebenen. Die Getauften müssen auf den Universitäten, im Leben und besonders in ihrem Haschen nach Ehrenstellen Schmähungen auf den Glauben ihrer Eltern und ihr Volk anhören, und was in ihrem Herzen auch vorgeht, sie müssen schweigen. Sie können froh genug sein, wenn sie nicht direkt oder indirekt aufgefordert werden, in den gehässigen Chorus einzustimmen und ihr Volk und mit demselben ihre Angehörigen zu verhöhnen und zu verdammen. Wenn sie einen patriarchalischen Namen führen, so schämen sie sich des Namens ihrer Eltern. Wenn diese äußerlich etwas semitisch angehaucht sind — das kommt doch manchmal