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Im deutschen Reich · 1910-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1910) · p. 518

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
16 (1910)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1910)
Article
Judentaufen
Date
1910-07-01
Page
518 (sequence 34)
Language
German
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518 Im deutschen Reich. Wie eine bösartige Krankheit greift ein Renegatentum um sich, das in seiner zynischen Nacktheit, in seiner Verachtung alles Hohen und Heiligen, in seiner Heuchelei seinesgleichen in der Geschichte anderer Religionsgemeinschaften nicht hat. Und ihr, die ihr in der Tochterreligion geboren und erzogen seid, werfet uns nicht vor, daß niedrige Gewinnsucht und die Begierde nach Genuß die einzige Triebfeder unserer Handlungen, daß nur auf das Irdische unser Dichten und Trachten gerichtet fei; denn wir haben zu allen Zeiten unser Hab und Gut, unser Leben für die höchste Idee dargeboten. Saget nicht, wie es leider nur zu oft in euren Schulen gelehrt wird, daß der Gott der Juden ein Gott der Rache sei; denn das Evangelium der allumfassenden Liebe ist nur durch uns verkündet worden, die wir zuerst der Welt das Herz für die Armen und Verlassenen, für die Waisen und Witwen geöffnet haben, durch uns, denen die Lehre vorschreibt, den Ewigen, unseren Gott mit ganzem Herzen und ganzer Seele zu lieben, den Nächsten und den Fremdling in unserer Mitte wie uns selbst zu lieben und unseren Feinden zur Zeit der Not beizustehen. Saget nicht, daß wir nicht an die Unsterblichkeit der Seele glauben; denn die Scharen der Krieger Israels, die am Sabbattage ihre Waffen wegwarfen und sich wehrlos von den römischen Legionen niederwetzeln ließen, der unvergleichliche Opfertod von Tausenden von Männern, Weibern und Kindern, die sich in der Höhle von Machpela ersticken ließen, um nicht den griechischen Götzen dienen zu müssen, eine Tat, die selbst den Engeln im Himmel Tränen hätte entlocken müssen, sind ein flammender Protest gegen diese falsche Behauptung. Aber werfet uns mit vollem Rechte vor, daß gerade unter jenen Glaubensgenossen, die mit äußeren Gütern vollauf gesegnet sind, sich Tausende gefunden haben und noch finden, die zum weitaus größten Teile ohne Ueberzeugung — und nur von diesen spreche ich — ihren Glauben für eine Bagatelle feilbieten. Allerdings ein Rest von Scham, das Gefühl feiger Fahnenflucht, die Flucht vor Meineid, auch die absolute Unmöglichkeit, von der reinen Gotteslehre Israels zu einem Bekenntnis

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