Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1910)
- Article
- Judentaufen
- Date
- 1910-07-01
- Page
- 516 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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- Homer 1× ep/1025156
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5-1 6 Im deutschen Reich. Die hohe Mission, als deren Trägerin Israel sich berufen fühlt, der Ursprung und die Entwicklung der religiösen Idee, die als erste Bedingung Gerechtigkeit, Freiheit und Gleichheit verlangt, vereinigen sich zu einer idealen Auffassung, die selbst in der Heiligung des materiellen Lebens ihren Ausdruck findet. Nicht die Lage oder die Schönheiten seiner Wohnsitze, nicht sich wiederholende Naturereignisse beeinflussen seine Vorstellungen, der blaue Himmel, das reiche Weideland Aegyptens haben keinen Reiz für die Sklaven des Pyramidenreiches, und die Phantasie findet keinen Spielraum in der saatenlofen Wüste. Unter den Völkern zerstreut, bewahrt Israel in allen Zonen durch Jahrtausende die Eigentümlichkeit seines Charakters und seiner transzendenten Anschauung. Kein Fetisch, keine Bilder, keine Verkörperungen irgendwelcher Art, kein Vermittler, kein Erlöser, keine Hölle und kein Paradies; die höchste Idee bildet das Wesen, bildet den Mittelpunkt seiner Existenz. Gott nur Gott ist der Herr?) Und im Namen des Herrn gibt es der Welt sein Gesetz und die Weihe des Lebens den Bewohnern dieser Erde, schreibt mit unvergänglichen Zügen an die dunkle Himmelsdecke: „Heilig sollt ihr sein, denn Ich der Ewige Euer Gott bin heilig!"*) **), die Worte, die aus dem Staube dieses Planeten den Sterblichen zu dem Unsterblichen ziehen, wie Stern zum Stern und Sonne zur Sonne sich neigen. *) Transzendent als schöpferisches Prinzip — immanent in der Erscheinung. In .den Dichtungen Homers lebt der Geist Homers, aber Homer ist etwas anderes — mehr als seine Dichtungen. So dringt der Hauch des lebenden Gottes durch alle Wunder seiner Schöpfung 'und -in uns, in der menschlichen Freiheit, offenbart er sich wieder -als schöpferisches Prinzip. **) Die mosaische Verkündigung zielt auf-Reinheit der Sitten und Heilighaltung des Lebens. Alle Gebote dienen zur höheren Gestaltung der Menschheit und dem höheren Glück auf Erden. Heilig sollt ihr sein, denn Ich, der Ewige, euer Gott, bin heilig. Erfülle die Gebote, damit es dir gut gehe auf Erden. Gerechtigkeit und Liebe zum Nächsten werden im Namen des Herrn gefordert. „Du sollst deinen Bruder nicht hassen in deinem Herzen, sondern du sollst deinen Nächsten strafen, damit du nicht seinethalben die Schuld tragest.