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Im deutschen Reich · 1910-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1910) · p. 499

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
16 (1910)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1910)
Article
Judentaufen
Date
1910-07-01
Page
499 (sequence 15)
Language
German
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Jsubentcutfen. 499 lastet er sein Gewissen mit einem Makel, der nicht auszulöschen ist. Wenn ein Täufling an die Trinität, an die Menschwerdung Gottes und an andere Dogmen nicht glaubt, wenn er vielmehr den einzig einigen Gott bekennt, dann dars er erst recht nicht Christ werden; denn die Anschauungen des sogenannten modernen, liberalen Christentums führen zurück zum Gottesbegriff und zur Lebensbejahung des Judentums. Was in modernen Schriften als Wesen des liberalen Christentums verherrlicht wird, gehört größtenteils zun: Wesen des uralten Judentums. Und da wagt uns der Täufling vorzureden, däß er uns verläßt, weil er liberaler Christ werden miü! (Sehr gut!) Wenn ein geborener Christ in seinen religiösen Ansichten von einzelnen Grundlehren der offiziellen Kirche abweicht, so hat er dieses vor seinem Gewissen zu verantworten. Wenn aber ein geborener Jude an den Pforten der Kirche -anklopft, um in dieselbe Einlaß zu erhalten, so tritt er in die offizielle Kirche ein, so legt er mit den Lippen ein Bekenntnis ab, das beit Inhalt des wirklichen Christentums in sich schließt. Der Täufling darf doch nicht der Kirche Bedingungen vorschreiben, unter denen er Christ wird. Hier heißt es entweder — oder. Wahrhaftigkeit verlangen wir; es ist eine Unwahrheit, wenn ein Apostat mit solchen haltlosen Ansichten das entschuldigen will, was unentschuldbar ist. (Lebhafte Zustimmung.) Andere Renegaten gibt es, die ihre Gleichgültigkeit gegen alles, was Religion bedeutet, als Motiv für die Taufe vorschützen. „Ich bin kein Jude, mir ist Religion überhaupt etwas Fremdes, etwas Ueberwundenes; nur das, was meine Sinne wahrnehmen, ist für mich Wahrheit. Alles Uebersinnliche ist für mich ein Wahngebitde. Warum soll ich Jude bleiben? Warum soll ich, der nichts glaubt, nicht der äußeren Form der Taufe genügen und zur Majorität übertreten? Weil ich kein gläubiger Jude bin, kann ich Christ werden." Diese Lästerworte hören wir nicht selten, und vor diesen muß jeder ehrliche Mensch zurückschaudern. Solche Worte sind nicht nur eine Unwahrheit, sie sind auch eine Beleidigung des Christentums. (Lebhafte Zustimmung.) Ja, sie bedeuten eine Verhöhnung dessen, was unseren christlichen. Mitbürgern heilig ist.. Wenn ein.

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