Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1910)
- Article
- Die Juden im deutschen Heer
- Date
- 1910-06-01
- Page
- 432 (sequence 12)
- Language
- German
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432 Im deutschen Reich. nutzte eine Waffe, die ihr ja in so starkem Maße zur Verfügung steht, die Kraft der Lachmuskeln; und die Regierung? — sie verhielt sich wohlwollend.neutral — für die Rechte natürlich (Heiterkeit und sehr gut!). Wenn sie direkt gefragt wurde, verlangte sie Material, sie handelte nach dem bekannten Grundsatz: ich leugne, lehne alles ab und fordere den Gegenbeweis. (Sehr gut.) 'Nun, man hat ihr ja inzwischen Beweismaterial in großer Fülle zur Verfügung gestellt, und in dankenswerter Weise hat gerade Ihr Verein nach dieser Richtung hin das Material herbeigeschasst. Wie verhielten sich die anderen Parteien? Das Centrum als Minoritätspartei in konfessioneller Hinsicht hat hin und wieder Redner vorgeschickt — ich erinnere an den Abgeordneten Groeber —, die den Standpunkt voller Gleichberechtigung vertraten, aber die Masse des Centrums hat immer den Chor der Lachenden nach Möglichkeit verstärkt. So ist der Kamps gegangen die Jahre hindurch. Im Vorjahre wurde der Kriegsminister von Einem wiederum nach seiner Meinung gefragt, weil ich ihm im Jahre vorher selbst umfangreiches und zuverlässiges Material über die Zurücksetzung jüdischer Soldaten zugestellt hatte. Herr von 'Einem hatte nicht versäumt, eine Antwort zu geben, und diese ist in weiten Kreisen unserer jüdischen Mitbürger mit Freude ünd Genugtuung ausgenommen worden. Ich gestatte mir, 'den Wortlaut dieser Erklärung des Kriegsministers von Einem, per wohl nicht allgemein genügend bekannt ist, zu verlesen. Ich bedarf dessen zum Vergleich mit der Rede des jetzigen Kriegsministers. Herr von Einem sagte: „Ich habe schon einmal daraus hingewiesen, daß es keine Bestimmung und kein Gesetz gibt, daß etwa aus konfessionellen Gründen vielleicht irgend jemand nicht zugelassen werden könnte zum Reserveoffizier." — Das i}t selbstverständlich, solche Bestimmungen gibt es nicht, die sind unmöglich; denn sie würden dem klaren Wortlaut der Verfassung widersprechen, verfassungswidrig sein. Herr von Einem sagt weiter: „Ich bin allerdings der Meinung, daß es in der Armee wohl vorgekommen ist und vorkommt, daß der junge Mann israelitischen Glaubens einfach deshalb nicht Reserveoffizier wird, weil er Jude ist." (Hört! Hört!) Damit hat der Kriegsminister von Einem im Parlament frei und offen zugegeben, daß allein um des Glaubens willen entgegen dem klaren Wortlaut der