Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1910)
- Article
- Die Juden im deutschen Heer
- Date
- 1910-06-01
- Page
- 431 (sequence 11)
- Language
- German
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Die Juden tut deutschen Heer. 431 fall!) für die, die sie fordern, wie für die, die der Forderung Nachkommen. (Erneuter stürmischer Beifall.) Ich habe vor der inneren religiösen Ueberzeugung jedes Menschen Achtung, und ich kann mir auch vorstellen, daß tiefreligiöse Veranlagung jemand drängt, über religiöse Fragen weiter nachzudenken, daß jemand innere Kampfe durchmacht und dann auch äußerlich die Konsequenz dieser inneren Kampfe durch Uebertritt zu einer anderen Religion zieht. (Sehr richtig.) Hochachtung auch vor diesen Männern! Wo aber ein derartiger Glaubenswechsel nur geschieht um äußerer Vorteile willen, um Ehren 51t erhalten, in Stellungen hineinzukommen, ist er verwerflich und berveist, daß der Betreffende es mit seinen religiösen Empfindungen allzu ernst nicht nimmt. (Sehr richtig.) Ich ziehe den Hut ab vor jedem, der dem Glauben seiner Väter treu geblieben ist, ohne zu fragen: was glaubst Du? Nur die eine Frage stelle ich: berechtigt und verpflichtet Dich Deine Religion, das Rechte zu tun für Dich und die Deinen, im Staate und in der Gesellschaft? (Bravo!) Den nahegelegtcn und auch nicht selten vollzogenen Glaubenswechsel beleuchtet aber am besten die Tatsache, daß nur die Zugehörigkeit zürn Judentum die Beförderung im Heer ausschließt, denn daß durch den Gesinnungswechsel — um mit Herrn von Heeringen zu sprechen — die Achtung und Autorität des Betreffenden gehoben wird, das glaubt doch sicherlich kein Mensch! (Sehr richtig!) Doch was soll weiter geschehen? Es war selbstverständlich, daß alle diese Dinge im Parlament an der einzig zuständigen Stelle eingehend erörtert wurden, und es war ebenso selbstverständlich, daß die Partei, die nicht Standes- und Klassenunterschiede kennt, die keinen Unterschied macht im Staate nach dem Glauben, nach der Religion, eine Partei, deren oberster Grundsatz ist: gleiches Recht für alle Staatsbürger, daß diese Partei an vorderster Stelle stehen mußte im Kampfe für. die Rechte unserer jüdischen Mitbürger. Es sind ja seit 1880 eine Reihe solcher Kämpfe erfolgt. Ich will nicht die Namen all der Männer, die nach der Richtung hin das Wort genommen haben, anführen, zu Eugen Richter und Traeger traten Barth, Schräder, zu Eickhoff, Gothein, Müller-Meiningen und andere. Aber wie haben sich, denn diese parlamentarischen Kämpfe vollzogen? Die Rechte höhnte und be-