Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1910)
- Article
- Die Juden im deutschen Heer
- Date
- 1910-06-01
- Page
- 430 (sequence 10)
- Language
- German
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430 Im deutschen Reich. Geister jetzt nicht los, die man damals gerufen hat. Und wie zeigt sich dieser Geist? Wie ich bereits erwähnte, hat man von 25—30 000 jüdischen Einjährigen nicht einen für tauglich befunden, Reserveoffizier zu werden (Pfuirufe), nicht einen für fähig gehalten, etwa als Fahnenjunker in ein Regiment eingestellt zu werden. Und wie behilft man sich? Ach, der Mittel und Wege, sich unbequemer Dinge zu entledigen, gibt es so viele, und der Weg vom einfachen Gemeinen bis zum Reserveoffizier ist so weit und hat so viele Klippen, daß an irgend einer Klippe der Fall doch eintreten muß. Die erste Klippe besteht darin, daß man die Soldaten des jüdischen Glaubens — das wird zwar nicht gesagt, aber ich konstatiere nur die Tatsachen (Sehr richtig!) — überhaupt nicht zuläßt zu dem Unterricht für die Offiziersaspiranten. (Sehr richtig.) Wenn dies aber dennoch geschehen ist —und man kann nicht immer darum herum —, so läßt man die Betreffenden nachher nicht zum Examen zu, und wenn man Vielleicht auch in diesem Moment noch keine genügenden Gründe anzuführen wußte, dann besteht der Betreffende das Examen nicht, und wenn er es doch besteht, so wird er durch den Regimentskommandeur zur Wahl nicht vorgeschlagen, und wenn er dennoch vorgeschlagen wird (Heiterkeit), dann wird er nicht gewählt oder er wird zum Train versetzt, — und min ist die Geschichte aus. (Heiterkeit und lebhafter Beifall.) Allerdings gibt es noch eine Zwischenstation, und die ist dort, wo man den Aspiranten die Möglichkeit, die Höhe der Offiziersstellung zu erreichen, so recht nahe gebracht hat und das Sehnen und Hoffen so stark erweckt hat, daß man nun mit gejoissen freundlichen Ratschlägen an ihn herantreten kann, des Inhalts, daß er ja sicherlich zum Offizier gewählt würde, es läge nur an einer Kleinigkeit, er m ü s s e s i ch v o r h e r t a u f e n l a s s e n. (Pfuirufe.) Daß diese freundlichen Ratschläge nicht immer auf unfruchtbaren Boden fallen (Zuruf.- Leider Gottes!), beweist die Tatsache, daß von diesen 25 bis 30 000 Einjährigen doch 12 bis 1500 in dieser Zwischenzeit den Glaubenswechsel vollzogen, und daß von dieser Zahl ungefähr 300 dann auch in das Elysium der Offizierstaufbahn einkehren durften. (Zuruf: Schande!) Diese Vorkommnisse, die ich eben berührte, sind meines Erachtens die widerlichsten und schinachvoll (Stürmischer Bei-