Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1910)
- Article
- Die Juden im deutschen Heer
- Date
- 1910-06-01
- Page
- 428 (sequence 8)
- Language
- German
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428 Im deutschen Reich. sich für ihn verwandte, nus Gerechtigkeitsgefühl mit Energie das durchzusetzen wußte, was er wünschte. Diese Geschichte ist ein ehrendes Blatt für den betreffenden und für seine Glaubensgenossen, aber ein wenig ehrendes Blatt für den Zeitgeist, der damals in Preußen mächtig war. Anders wurde es erst, als das Frühlingswehen von 1848 sich zum Sturm verdichtete. Bei dem Rufen nach Freiheit und Gerechtigkeit im Volke sah man sich genötigt, auch den jüdischen Mitbürgern die Gleichberechtigung im Staate zuzugestehen. Die Verfassung war das Dokument, welches wenigstens in der Theorie die völlige Gleichheit zum Ausdruck brachte. In den darauf folgenden Kriegen 1864, 66 und 1870/71 haben unsere jüdischen Mitbürger gleichfalls im vollen Umfange ihre Pflicht getan. Aus dem Jahre 1864 liegen nicht genügend statistische Erhebungen vor. Kein Wunder, denn in dem Kriege gegen Dänemark war nicht das ganze Heer in Anspruch genommen, sondern nur einzelne Armeekorps, im wesentlichen das dritte, brandenburgische. Aber hier zeigen uns einzelne Erinnerungsblütter, so z. B. aus Prenzlau, in welchem Umfange auch jüdische Mitbürger sich an dem Kampfe 1864 beteiligt haben. Für 1866 gilt dasselbe, was ich für den Krieg von 1864 aussührte. Wie sich dort Ihre Glaubensgenossen gezeigt haben, beweisen Aussprüche, wie der von Theodor Font a n e in seinem Buche „Deutscher Krieg von 1866/y: „Es war, als ob sie sich das Wort gegeben Hütten, der alten Vorstellung von ihrer Kriegsunlust und Untüchtigkeit ein Ende zu machen." Und nach 1870/71 wurde das Kaiserwort unseres Fritz gesprochen: „Ein jeder meiner Untertanen steht meinem Herzen gleich nahe, haben doch alle gleichermaßen in den Tagen der Gefahr ihre Hingebung bewähr t." Ich könnte diese Zitate erweitern, könnte Hinweisen auf Aenßerungen, die Generalfeldmarschall von Moltke, der General v. Soe in Bonn getan haben. Aber wozu bedarf es solcher Hinweise? Ein großer Teil der Anwesenden erinnert sich ja jener bewegten Zeit und weiß, wie in jenen-Tagen niemand gefragt hat: bist du katholisch oder evangelisch, oder Jude, wie keine Kugel in ihrem Lauf gefragt hat, treffe ich einen Juden oder das Herz eines Christen. (Sehr gut!) Alle haben damals ihre Schuldigkeit getan. Sie