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Im deutschen Reich · 1910-05-01 · Heft 5 (Mai 1910) · p. 386

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
16 (1910)
Issue
Heft 5 (Mai 1910)
Article
[Ohne Titel] / A. L.
Date
1910-05-01
Page
386 (sequence 11)
Language
German
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IRI
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Im deutschen Reich. 386 den „Njemetz", eine unüberwindliche Abneigung hegen. Der Verfasser eines in der Berliner Zeitschrift „Der Tag" kürzlich veröffentlichten Artikels „Die Quellen des „Deutschenhasses in Autzlanö", G. Prosoroff, stellt die Dinge auf den Kopf, wenn er diesen Haß auf die durch den erfolgreichen Geschäftssinn der Juden erweckten Neid zurückzuführen sucht. Die Massen des russischen Volkes sind von Haus aus nicht judenfeindlich gesinnt gewesen; sie sind vielfach erst durch das Gift, das von auswärts dorthin verschleppt wurde, antisemitisch geworden. Zu dem entfachten religiösen Fanatismus trat der nationale der Altrussen, die in den erst spät eingewanderten Juden die jeder Assimilation widerstrebten, Polen und Deutsche erblickten. Wie nachteilig das für die jüdische Bevölkerung Rußlands war, geht aus den Schilderungen Prosoroffs so deutlich hervor, daß er das Gegenteil von dem beweist, was er beweisen möchte. Er sagt nämlich von den deutschen Kolonisten: „Wie stets und überall das Leben innerhalb eines Milieus von minderentwickelten Stämmen die höheren zu Exploitatoren erzieht, so auch den Deutschen. Bald machte er seine Ueberlegenheit dahin geltend, daß er sich auf Raubbau verlegte: Raubbau gm Land, Raubbau an den Arbeitern. Nirgends nimmt der Arbeiter so ungern Stellung wie bei einem Deutschen. Nichts fürchtet der Bauer so sehr wie den deutschen Nachbar. Als im Beginn der letzten Unruhen meine Bauern nicht mehr zur Raison zu bringen waren, da drohte ich ihnen mit etwas ganz Furchtbarem: ich würde meinen Besitz den Kolonisten verkaufen! Das half — als hätte ich mit dem leibhaftigen Gottseibeiuns gedroht. Besonders seit den letzten dreißig Jahren nimmt diese unliebsame Tätigkeit der Deutschen, die sich auf Pachtenschacher und Raubpacht, auf Landspekulation und Hypothekenwucher erstreckt, ungeheuer zu; und je mehr ihre Ländereien sich ausbreiten, desto enger und verzweifelter wird dem russischen Bauer seine Lage. — Die heute emporstrebenden Kolonisten suchen als Güterschlächter große Gewinne zu machen; als Zwischenpächter machen sie zwischen den Gutsherren und den nachpachteuden russischen Bauern ihren Schnitt. Beiden sind sie durch Regsamkeit, Unternehmungslust, Arbeitsam-

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