Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1910)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1910-05-01
- Page
- 387 (sequence 12)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 387 feit und Sparsinn gleich überlegen. Aber rücksichtslos nützen sie ihre Fähigkeiten aus, und genau wie der Jude die indolentere Rasse mit Geld bewuchert (?), so dient dem Deutschen als Mittel zur Macht das Land. So erklärt sich auch, daß hier eine Quelle des Hasses besteht, die ins Herzgerade des niederen Volkes mündet." In Wirklichkeit bilden die Juden in Rußland wie in vielen anderen Ländern ein nützliches und vermittelndes Kulturelement, das überall dort Segen schafft und Anerkennung erwirbt, wo man ihnen Bewegungsfreiheit gönnt und volle Bürgerrechte ehrlich zugesteht. Sie sind geborene Sozialpolitiker, denn soweit es in ihrer Kraft steht, suchen sie stets den friedlichen Ausgleich zwischen Kapital und Arbeit zu fördern. Sie wirken dadurch volksfreundlich und segensreich, daß sie nicht nur einen großen Wohltätigkeitssinn betätigen, sondern beständig auf den verschiedensten Gebieten die Arbeitsgelegenheit zu vermehren wissen. Wenn man eine so nützliche Bevölkerungsminderheit im Wege der Verwaltung im Widerspruch mit dem klaren Wortlaut der Verfassung von fast allen Staatsümtern ausschließt, sie auch sonst auf wenige Erwerbs gebiete einschrünkt, die jüdische Intelligenz höchstens dann für den Staat nutzbar macht, wenn hervorragend begabte Männer sich dazu verstehen, ihre religiöse Ueberzeugung zu verleugnen — dann begeht man ein schweres Unrecht — nicht nur gegen die Juden, sondern auch die gesamte Nation. Das deutsche Reich muß, weil Feinde ringsum lauern, beständig ungeheure Opfer bringen, um in Sicherheit zu bleiben; aber immer noch verschließen sich seine maßgebenden Kreise angesichts dieser Lage der Mahnung Schillers: „De r B ü r g e r, den Sie verloren um den Glauben, war Ihr edelste r. Und j a u ch z e n d sieht Europa sei n e n Feind an s e lb st geschlagenen W un den sich v erb l u t e n!" * A. L. Korrespondenz««. * Berlin, 28. April. Die fromme „Kreuz-Ztg.", die anscheinend die antisemitischen. Redakteure als ihre Schützlinge betrachtet, die selbst §ünn. wenn sie sich Religionsbeschimpfungen erlauben, nicht auf die Anklagebank gebracht werden dürfen,