Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1910)
- Article
- Die Juden im Weltbild
- Date
- 1910-05-01
- Page
- 367 (sequence 11)
- Language
- German
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Die Jubeit im Welwild. ::67 Es gibt Juden, die darin eine Bestätigung der besonderen göttlichen Mission unseres Voltes sehen wollen. Ich kann mich ihnen nicht anschließeu. Kein Zweifel freilich, daß der Glaube daran, daß Israel das auserwählte Volk sei, seine verheißende und belebende Kraft immer und immer wieder bewährt hat. . Trotzdem bin ich geneigt, die eigentliche Tragkraft der jüdischen Volksidee an anderer Stelle zu suchen. „Lascher uns einen Zaun um das Gesetz machen!" sagten die jüdischen Priester und Weisen, als die schweren Tage der Verbannung und Zerstreuung herannahten. Und sie machten einen Zaun um das Gesetz. Unlöslich, in Freud und Leid, in allen seinen bürgerlichen, geistigen und sittlichen Lebensäußerungen banden sie das Judentum an das Gesetz, verankerten sie es im Gottesbegriff und in der Gotteszugehörigkeit. Der Zaun, die strenge Bindung an Formell und Gebräuche, die den Menschen von der Wiege bis zunc Grabe geleiteten, bildete das äußere Band, innerhalb dessen sich das Gefühl der Gotteszngehörigkeit, des Glaubens an den Alleinen in unverwüstlicher Stärke entfaltete. Zu Hilfe kam diesen Bestrebungen die jpiritualistische Tendenz des jüdischen Glaubens und der jüdischen Lehre. „Du sollst dir kein Bildnis machen —!" das' war viel tu einer Umwelt, die am Götzendienst lZng. Und wenn ich ailch die Ansicht rnancher jüdischer Kleriker nicht teile und mir auch die bezüglichen Forschungsergebnisse nicht einwandfrei scheinen, die dem jüdischen Volk in seiner Gesamtheit eine so fortgeschrittelie Gotteserkenntnis zuschreiben, daß ihnen Jehova von vornherein der Einzige und Weltenherr, und nicht ein National gott gewesen wäre, so steht doch selbst innerhalb dieser Einschränkung fest, daß das jüdische Volk nicht nur in seinen geistigen Spitzen, sondern auch in seiner volklichen Gesamtheit vergleichsweise -früh und jedenfalls zuerst die Idee des Monotheismus begriffen und verkörpert hak. Nicht viele Götter, sondern ein Gott! Und ein Gott, der Herr ist über alle anderen Götter un-b der Alleine, Weltbeherrschende bleibt, als alle anderen Altäre in Trümmer fallen. Dieser starke und unverbrüchliche Gotteoglanbe ist die eine und Hauptwurzel deo alle Stürme überdauernden, wohl