Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 4 (April 1910)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1910-04-01
- Page
- 317 (sequence 3)
- Language
- German
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Umschau. 317 Sundes dev Landwirte, Daedrich Hahn, zu einer Entgegnung, in der er zunächst die kühne Behauptung aufstellte, die Presse des Bundes habe gegen politische Gegner stets nur in vornehmer Weise polemisiert und dann andeutete, daß sein Bruch mit der nationalliberalen Partei nur wegen seiner antisemitischen Gesinnung erfolgt sei. „Ich bin," sagte Dr. Hahn wörtlich, „am 7. Dezember 1896 Fraktionsredner der nationalliberalen Partei gewesen in Sachen der damaligen Erhöhung der Börsenabgaben. Ich habe eine Rede im Plenum gehalten, die ich auch vorher in der Fraktion gehalten hatte. In demselben Sinn und mit demselben Grundgedanken habe ich dieselben Vorschläge, die ich in der Fraktion gemacht hatte, auf der Tribüne hier wiederholt, allerdings mit einem Unterschied: mir ist es passiert, daß damals der Herr Abgeordnete Singer — er war der Redner vor mir — über den Hannov er scheu Spielprozeß sehr übelwollend und sehr ungerecht geurteilt und mich damit gereizt hat. Er hatte die Schuld an dem hannoverschen Spielprozeß ganz einseitig den Offizieren zugeschoben. Das entrüstete mich, und ich habe damals in meiner Rede gesagt, ich entschuldige die Offiziere nicht, aber die, die die Offiziere zum Spiel verleitet hätten, seien viel mehr zu verurteilen als die Offiziere selbst. Ich glaube, das wird wohl die Auffassung des Hauses auch heute noch sein. Und daran habe ich das Wort geknüpft: „Haust du meinen Leutnant, hau ich deinen Juden!" Daß ich das Wort gesprochen habe, war nicht meine Schuld. Herr- Singer gehört schließlich doch der Konfession oder der Rasse nach, wie soll ich sagen — ich will ihn hier in diesem Hause nicht beleidigen —, dem Judentum an. Ich sah ihn gerade vor mir. Daß dieses Wort in dem Moment in meinem Haupt geboren wurde, kann mir niemand übelnehmen. Es tut mir nur leid, daß auch heute noch die Nationälliberalen daran Anstoß nehmen." Daran schloß sich die von den Konservativen mit großer Heiterkeit aufgenommene Erklärung: „Wenn Herr v. Bennigsen mir damals geschrieben hat, ich möchte mein Hospitantenverhältnis zur nationälliberalen Fraktion lösen, so kann ich das nur bedauern, nicht in meinem Interesse, sondern in dem der nationalliberalen Partei." Der vorerwähnte Heiter-