Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 4 (April 1910)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1910-04-01
- Page
- 316 (sequence 2)
- Language
- German
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31b Im deutschen Reich. Uationallihcxalcn zu der lleberzeugung gelangten, daß es weder national noch liberal war, von dem Wege abzuweichen, auf welchem sie unter Gneist und Bennigsen wandelten. Noch laßt sich nicht mit Bestimmtheit behaupten, wie weit in der nationalliberalen Partei die Erkenntnis gereift ist, daß sie selbst „alldeutsche" Ziele nicht gemeinsam mit Parteien erreichen kann, die nicht allen Deutschen gleiche Rechte zugestehen, mit Politikern, die sogar mit Polen, Welfen und Elsässern willig paktieren, wenn sie dadurch nur ihre Standesinteressen fördern und ihre Macht festigen können. Aber die heftigen Angriffe, welche die nationalliberale Partei in der neuesten Zeit von den Konservativen unddem Zentrum stets erfahren hat, sobald sie sich aus ihr ursprüngliches Programm besann und den Rückschrittlern den Rücken kehrte, werden hoffentlich der liberalen Partei die Lust benommen haben, den Lockungen der Mehrheitsparteien nachzugeben, zu denen sich diese verstanden, nachdem Drohungen und Angriffe wirkungslos geblieben waren. Die Erinnerung jCtrt die Vorgänge in der Sitzung des Deutschen Reichstages vom 1. März müßte eigentlich diese Wirkung haben. In dieser Sitzung hatte der nationalliberale Abgeordnete Fuhrmann gründlich mit dem Bund der Landwirte und mit dem ehemals nationalliberalen Mitbegründer dieses Bundes, dem Abgeordneten Or. Hahn, abgerechnet, der öffentlich erklärt hatte, nicht ruhen zu wollen, bis der letzte Nationalliberale aus Hannover verschwunden sei. Dabei erinnerte Fuhrmann auch daran, daß der Bund der Landwirte, der einen Kanzler als einen Mann ohne Ar und Halm bekämpfte, trotzdem Kandidaten aufgestellt habe 'wie den früheren Bankbeamten Dr. phil. Hahn, den Zeitungsverleger Bruhn, ferner einen Maurermeister, Amtsrichter, Amtsgerichtsrat, einen antisemitischen Kaufmann, Rechtsanwalt, Oberlehrer, Professor usw. Im weiteren Verlaufe seiner Rede machte er dann den Abgeordneten Dr. Diedrich Hahn dafür verantwortlich, daß es den Nationalliberalen schließlich nicht mehr möglich gewesen sei, mit den Konservativen im Block Arm in Arm zu. gehen. Diese Standrede veranlage den Wortführer des