Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 4 (April 1910)
- Article
- Satyrspiel
- Date
- 1910-04-01
- Page
- 201 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Latyrspiel. 201 zeichnet. 9K i t mi n der w e -r t i g -e n Ele in c nie n will | i ef). ct 5 c r ■ b a 3 R e s e r v e o f fiz ie r s k o r p s nicht b el asten. In dem im Jahre 1908 bekanntgewordenen Chemnitzer Falle wurde dem betreffenden jüdischen Herrn direkt gesagt, man wähle ihn deshalb nicht, weil man nicht das erste Reserveoffizierskorps sein wolle, das einen Juden wählt. Darum ist die angebliche demokratische Institution der Reserveosfizierswahl nichts anderes wie ein Aufputz. In Wirklichkeit entscheidet nicht die unabhängige Meinung der Kameraden, sondern die Furcht, dem aktiven Offizierskorps gegenüber als minderwertig zu erscheinen. Wir wissen ja alle, daß in der Praxis der aktive Offizier in dem Reserveoffizier kein vollwertiges militärisches imb gesellschaftliches Element sieht, und können unmöglich erwarten, das Reserveoffizierskorps werde, solange es danach streben zu müssen glaubt, n a ch j e d e r R i ch tu n g h i n in den Augen des aktiven Offizierskorps möglichst hoch zu stehen, um einer kleinen Minorität willen sich allen mö glichen Unannehmlichkeiten aussetzen. Wenn wirklich der Satz gilt, Gerechtigkeit ist die Grundlage der Königreiche, dann hat die Staatsgewalt die Verpflichtung, dafür zu sorgen, daß nach allen Richtungen hin ein gleichmäßiges mib unparteiisches Vorgehen durch ihre Einrichtungen herbeigeführt wird, ltrtb es müßte demgemäß die Annahme von Fahnenjunkern auf einer ganz anderen Grundlage stehen. Denn es ist und bleibt ein großer Fehler, die Dinge immer nur unter" dem Gesichtspunkt des Reserveoffiziertums zu behandeln. Die Zurücksetzung im aktiven Dienst äst genau so schlimm. Hier einzusetzen ist die Hauptforderung in der ganzen Militärangelegenheit. Man hat den Grad des Verschuldens des aktiven O f f i z i e r k o r p s an unserer Entrechtung niemals richtig eingeschätzt und allein auf die Reserveoffiziere die Schuld geschoben, die in viel größerem Maße die aktiven zu tragen haben. Auch in jüdischen Kreisen sollte endlich mit dem'Dogma gebrochen werden, der Kampf um den aktiven Heeresdienst nutze'doch nichts. Heraus aus dem Turm' Der Kriegsminister glaubte sich schließlich mit der Erklärung vorwurfsfrei hin stellen zu können, die jungen Leute würden ohne weiteres zu Reserveoffizieren befördert werden, wenn sie gewählr würden. Damit hat er seine Verfassungs-