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Im deutschen Reich · 1910-04-01 · Heft 4 (April 1910) · p. 199

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
16 (1910)
Issue
Heft 4 (April 1910)
Article
Satyrspiel
Date
1910-04-01
Page
199 (sequence 6)
Language
German
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Saryrstnel. 199 der irrigen Psychologie des Kriegsminifters, so muß man argugumentieren: der Stand der ländlichen Dienstknechte genießt keinesfalls eine besondere Autorität im niederen Volke, infolgedessen kann ein Angehöriger dieses Standes niemals militärischer Vorgesetzter werden. Derjenige wurde aber wohl schlimm angesehen werden, der nun diese Elemente als zur Unterosfizierslaufbahn von vornherein ungeeignet erachten würde. Hier würde man sagen: die Disziplin in unserm Heere ist stark genug, um allen Verhältnissen gerecht zu werden und um demjenigen die Autorität zu verschaffen, der seitens der Leitung an die Autorität heischende Stelle gesetzt wird. Die gemachten Fehler sind also folgende: Seitens des K r i e g s m i n i st e r s i st z u n ä ch st einmal der BegriffderAutoritätalseiner höchst persönlichen Qualität des Menschen verkannt und weiterhin übersehen worden, daß in andern Fällen im Interesse der Armee von den: Standpunkte ausgegangen worden ist und ausgegangen werden mußte, daß die Stellung im Heere die Autorität au sich verleiht, die dann unter allen Umständen durch die Strenge der Disziplin des Heeres gewahrt wird. Ferner ist es gar nicht richtig, daß in den niederen Volksschichten eine besondere Abneigung gegen die Juden herrscht. In Wahrheit liegen die Verhältnisse ganz anders. Wie wir vorhin geschildert haben, sind es, nicht die niederen Volksschichten, die die Juden als Reserveoffiziere micht wollen. Es sind vielmehr die höheren militärischen Vorgesetzten, welche vielfach lediglich aus reinem Rassen- und Klassenhaß unter allen Umständen die Juden von der Vorgesetztenlanfbahn entfernt halten wollen. Nun ist etwa nicht der überwiegende Teil der höheren Offiziere antisemitisch! gesinnt. Trotzdem haben die anderen einen über Gebühr großen Einfluß, denn man will in den Kreisen der Andersgesinnten nicht wegen dieses.Punktes immer Differenzen entstehen lassen, namentlich weil man weiß, daß auch im Militärkabinett und Ministerium das Vorurteil noch nicht ganz geschwunden ist. Wie leidenschaftslose Elemente oft versichert haben, liegt darin der Grund, daß seitens der vielen gerecht

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