Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 3 (März 1910)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1910-03-01
- Page
- 175 (sequence 16)
- Language
- German
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Bereinsnachrichten. 175 Pflicht erfüllt, und mit Bedauern müßten sie seststellen, daß sie in dem Kampfe um ihr Recht, welches nichts anderes sei als das allgemeine, nur von wenigen Parteien unterstützt würden. Es habe eine Zeit gegeben, wo das anders gewesen sei. Im Vereinigten Landtag des Jahres 1847 feien bei allen Parteien, bis tief hinein in die Reihen der konservativen Partei, Kämpfer für das allgemeine Recht ausgetreten. — Nach der Aufforderung an die Anwesenden, hier in Oberschlesien nicht hinter anderen Orten zurückzustehen, begrüßte der Leiter der Versammlung den Redner des Abends, Herrn Syndikus Rechtsanwalt Dr. Holländer-Berlin, und erteilte ihm das Wort zu seinem Vortrage über die Aufgaben des Central-Vereins. In über einstündigem Vortrage zeigte der Redner, wie religiöser, politischer, wirtschaftlicher Antisemitismus zu Kränkungen und Schädigungen des Einzelnen und aller führe und führen könne, wenn nicht von der Vertretung der Gesamtheit oder gelegentlich im entsprechenden Falle vom Einzelnen allein der richtige Weg der Abwehr beschritten würde. Indem man sich nach den Grundsätzen des Central-Vereins verhalte, diene man nicht nur sich selbst, sondern auch der Gesamtheit, der engeren wie der allgemeineren. — Reicher Beifall belohnte den Redner. — An der Diskussion beteiligten sich außer dem Leiter der Versammlung, die Herren Rechtsanwalt Kosterlitz, Böhm, Färber und Reich-Antonienhütte. Eine Reihe neuer Mitglieder am Orte zeichnete sich in die Vereinslisten ein. Für A n t o n i e n h ü t t e wurde von Herrn David Reich eine besondere Ortsgruppe in Aussicht gestellt. — Am 30. Januar d. Js. veranstaltete die Ortsgruppe Oppeln eine Versammlung, in welcher unser Vereinssyndikus, Herr Rechtsanwalt Di. Holländer, vor vollständig gefülltem Saale über das Thema: „Lebensfragen der deutschen Juden" sprach. Diese Versammlung ist insofern bemerkenswert, als hier der Ortsgruppenvorstand, der Anregung folgend, welche Herr Justizrat Solinger in seinem Artikel: „Agitationsfragen" gegeben hatte, zum ersten Male durch öffentliche Annonce auch christliche Mitbürger zum Erscheinen eingeladen hatte. Obwohl direkte Aufforderungen nur mündlich und an wenige gerichtet waren, war doch eine größere Zahl Christen aus den verschiedensten Kreisen erschienen.