Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 3 (März 1910)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1910-03-01
- Page
- 174 (sequence 15)
- Language
- German
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174 Im deutschen Reich. alle anwesenden Nichtmitglieder als Mitglieder des Central- Vereins. — In Wetzlar ist am 16. Januar auf Veranlassung des Vorsitzenden des Hessen-Nassauischen Landesverbandes des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Herrn Dr. Main z e r, unter Leitung des bisherigen Vertrauensmannes für Wetzlar, Herrn M eier R o s e n t y a l, eine von Damen und Herren zahlreich besuchte Versammlung des Central-Vereins abgehatten worden, in der die Herren Dr. phil. Warmbrunn und Dr. med. M a inzer ans Frankfurt a. M. über „Die Emanzipation der deutschen Juden" und „Der C e n t r a l-V e r e i n und seine Bestrebunge n" referierten. Beide Redner ernteten reichen Beifall; ein wahrer Enthusiasmus erfüllte die Zuhörerschaft. Die Diskussion, an der die Herren Heimann, Rosenthal, Dr. med. Mainzer, Meier Rosenthal, Lehrer Josef Katzenstein, Leopold Rosenthal und Max Meyer sich beteiligten, gestaltete sich sehr anregend. Auf Veranlassung des Herrn Dr. Mainzer wurde die Bildung einer Ortsgruppe von „Wetzlar, Herborn und Umgebung" beschlossen, der sofort 37 Mitglieder beitraten, welche Zahl sich noch nachträglich erhöht hat. In den Vorstand wurden die Herren Meier Rosenthal, Dr. Strauß, Lehrer Josef Katzenstein, I. Karl Hoffmann und Nathan Rosenthal II aus Wetzlar, Jakob Heymann aus B r a u n f e l s, Julius Kahn aus Aßlar, Sally Archenhold aus Eringshausen und Leopold Hecht aus H e r b o r n gewählt. -— Die am 24. Januar im Hotel Kaiserhof in Königshütte (O.--S.) abgehaltene Versammlung des Central- Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens hatte den Zweck, die dem Verein bereits angehörenden Einzelmitglieder zu einer Ortsgruppe zusammenzufassen und zu organisieren. Herr Dr. Alfred G o l d s ch m i d t eröffnete, nachdem die Herren Rechtsanwalt Kosterlitz, Lomnitz, Dr, Steinhardt, Reich-Antonienhütte ins Bureau berufen worden waren, die Versammlung. Er betonte, daß Organisation, Selbsthilfe mehr und mehr im politischen Leben Leitgedanken geworden seien. Noch immer würden den deutschen Staatsbürgern jüdischen Glaubens gegen Verfassung und Gesetz zustehende Rechte entzogen. In Krieg und Frieden hatten die Juden treu ihre