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Im deutschen Reich · 1910-03-01 · Heft 3 (März 1910) · p. 171

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
16 (1910)
Issue
Heft 3 (März 1910)
Article
[Ohne Titel]
Date
1910-03-01
Page
171 (sequence 12)
Language
German
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Deveinsnachrichten. 171 zeugende Wort enthielten, aber auch anderes, was deutsche Staatsbürger jüdischen Glaubens fremdartig und international berührt, wenn es auch jenes Mitgefühl erweckt, das wir vaterlandslosen russischen Glaubensgenossen um so mehr zollen, als der deutsche Jude ein Vaterland hat, das er liebt und zu lieben Grund hat. — Nach diesen Ausführungen brachte Frau Dr. Es ch e lbach er, anknüpfend an den Vortrag des Fräulein Werner, in kurzen Worten zum Ausdruck, daß wir es als unsere Lebenspflicht betrachten müssen, unablässig an der Erhöhung der Selbstachtung und Selbstzucht zu arbeiten, um als treue Deutsche und treue Juden eine bessere und schönere Zukunft herbeiführen zu helfen. Damit schloß der Vereinsabend, der dem Central-Verein eine ansehnliche Anzahl neuer Mitglieder zugeführt hat. — Auf Einladung des Central-Bereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens hatten sich am 9. Februar etwa 4000 Personen im Blüthner-Saal versammelt, um die Vorträge über „I u d e n t a u s e n" zu hören. Lange vor Beginn der Versammlung mußte der Saal polizeilich gesperrt werden, so daß viele Hunderte Weggehen mußten. Was der Versammlung einen so großen Zudrang verschaffte, war der Umstand, daß die Judentaufen, insbesondere aus dem Motiv, dem Antisemitismus zu entgehen und Karriere zu machen, in Berlin immer mehr an Umfang zunehmen und viele Eltern lediglich aus Opportunitätsgründen ihre Kinder dem Judentum entziehen. Die drei Redner des Abends, Rabbiner Dr. Werner- München, Gustav Levinstein-Berlin und Professor Dr. H or.owitz - Charlottenburg wiesen darauf hin, daß durch die Begünstigung der Taufe von seiten des Staates das gesamte öffentliche Leben korrumpiert werde, weil der Staat zu einem Schritte anreize, der für die Betreffenden fast in allen Fällen eine Heuchelei bedeute. Ferner sei der Charakter des Taufjuden ebenso wie desjenigen, der feine Kinder taufen lasse, notwendig minderwertig, wenn nicht der Uebertritt ans Ueberzeugnng von der Wahrheit der christlichen Religion geschehe. Um allen denen, die keine Gelegenheit hatten, der Versammlung beizuwahnen, Ersatz zu bieten, wird das Thema demnächst nochmals in einer Vereinsversammlung behandelt werden. — Die Ortsgruppen Schöneberg, Charlotten-

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