Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 3 (März 1910)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1910-03-01
- Page
- 170 (sequence 11)
- Language
- German
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170 Fm deutschen Reich. „Freue dich, o Christenheit, Christ ist erstanden". An den jüdischen Müttern wird es liegen, dafür zu sorgen, daß der Abfall, der uns demütigt, der unsere abtrünnigen Brüder und Schwestern selbst so unglücklich macht, aufhöre. Aufgabe der jüdischen Frauen ist es, Bücher mit antisemitischer Tendenz zurückzuweisen und ebenso Front zu machen gegen jeden Angriff, der von der Bühne ausgeht. Nach einer Versöhnung sollen wir mit den Männern gemeinschaftlich ringen mit.der uns umgebenden Mitwelt, in einer Form, daß unsere Menschenwürde und die Würde des kommenden Geschlechts nicht länger leide. Des Mannes Schaffen müssen wir durchdrungen mit dem Einschlag persönlicher Kultur. Unsere Mitarbeit ist ferner nötig zur Erhaltung des Friedens, zur Förderung der Sittlichkeit, zur Pflege des Familienlebens. In die öffentliche organisierte Wohlfahrtspflege, in die jüdische Armenverwaltung, in die Schulverwaltung gehören sozialgebildete Frauen. In uns schlummert so viel gebundene Energie, daß wir Leben und Anregung überall hineintragen können. Erkennen muß die jüdische Frau, daß ihr Bestes, ihr Eigenstes ihren bedrückten Glaubensgenossen gehört. Der Central- Berein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, der uns zur tatkräftigen Mitarbeit aufruft, wird von uns Unterstützung und Förderung finden an dem Werke, bei dem jeder Spatenstich eine Bedeutung hat. Es gilt Körner auszustreueu, Saaten großzuziehen, auf einem Ackerfelde, dem die belebende Sonne, der befruchtende Regen fehlt, dem nichts von außen zu getragen wird, der alles aus sich selbst schöpfen muß. — Langanhaltender, wiederholter Beifall folgte den zündenden Ausführungen der Vortragenden, der von dem Vorsitzenden mit warmempfundenen Dankesworten die Versicherung erteilt wurde, daß mit solchen Mitarbeiterinnen, wie die Rednerin, der schließliche Erfolg der Bestrebungen des Centralvorstandes gesichert erscheine. Wenn ihre Gesinnungen die deutschen Staatsbürgerinnen jüdischen Glaubens zur Nacheiferung anregen würden, dann würde ihnen nie das Bewußtsein treuerfüllter Pflichten fehlen. Nach Eröffnung der freien Aussprache ergriff eine amerikanische Jüdin das Wort zu ungewöhnlich temperamentvollen Darlegungen, die in der Hauptsache mit dem gehörten Vorträge im Einklang standen und manches von tiefer Empfindung für das Judentum