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Im deutschen Reich · 1910-03-01 · Heft 3 (März 1910) · p. 169

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
16 (1910)
Issue
Heft 3 (März 1910)
Article
[Ohne Titel]
Date
1910-03-01
Page
169 (sequence 10)
Language
German
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IRI
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Bevei nsna chrichte n. 16Y ihre Reiche auf; darum ist auch der Frauen Betätigung am öffentlichen Leben eine Notwendigkeit. Die jüdischen Frauen hat das neue Vereinsgesetz nicht erst politisch uüindig gemacht. Miriam, Deborah, Esther, Mariamne und Salome waren Königinnen, Erretterinnen, Erhalterinnen ihres Volkes. Die Judenheit lebt inaner im Kriegszustände und ist darum auf jede Stärkung angewiesen. Wenn es dem Einzelnen auch besser geht, so kann er von der Gesamtheit sich nicht trennen. Schwerfällig und mißtrauisch sind wir geworden, die wir auf den Schlachtfeldern die Freiheit und Einigkeit des deutschen Reiches mit besiegeln halfen. Mit Frohgefühl ist es zu begrüßen, daß der Central-Verein den Frauen die Erlaubnis gibt, sich selbsttätig seiner segensreichen Arbeit einzugliedern. Wir wollen Helfen, eine Volksgesundung herbeizuführen durch Selbstzucht. Als aufrechte Jüdinnen wollen wir mit den Männern Sorge tragen, daß wir trotz der Zurücksetzung von außen zum harmonischen Menschentum gelangen. In der leidenschaftlichen Hingabe an unsere Glaubensgenossen wollen wir Vergessen finden dafür, daß man für die allgemeine soziale Not draußen unsere Hilfe gar nicht will, und wenn auch noch nicht alle jüdischen Frauen Verständnis und Teilnahme für die sozialen Nöte ihrer Glaubensgenossen haben, so werden die Männer doch unsere Reihen noch dicht besetzt und tapfere Weggenossinnen finden an den Frauen, die ihren Ruf vernommen. Denn es gibt heute jüdische Frauen und Mädchen, wie Jacob Wassermann sagt, denen die ganze übrige Welt nichts Aehnliches an Feinheit, Tüchtigkeit und wahrhaft gotterfülltem Wesen gegenüber zu stellen hat. Die Frauen, die noch durch Pflichten gegen Gatten und kleine Kinder an das Haus gefesselt sind, haben auch die Pflicht, ihre Bildung und ihren Charakter zu vertiefen, um politisch mündig zu werden, denn sie erziehen die deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens. Sie bieten Gehässigkeiten in der Schule ein Paroli. Sie müssen die Kinder lehren, wofür sie sich wehren sollen. Sie müssen ihnen zeigen, daß man ein guter deutscher Staatsbürger sein und seinen jüdischen Glauben Hochhalten kann. Mit Recht verlacht, verhöhnt und verspottet werden die Kinder in der Schule, wenn sie von ihrem Weihnachtsbaum, ihren Weihnachtsgeschenken erzählen; wenn sie mit einstimmen in die Lieder: „Stille Nacht, heilige Nacht",

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