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Im deutschen Reich · 1910-03-01 · Heft 3 (März 1910) · p. 168

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
16 (1910)
Issue
Heft 3 (März 1910)
Article
[Ohne Titel]
Date
1910-03-01
Page
168 (sequence 9)
Language
German
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IRI
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168 Im deutschen Reich. „Wir haben dem Hauptlehrer Nikolaus Freitag in Buchen wegen der ungehörigen Aeußerungen, die er am 13. Dezember 1909 im Bahnhofhotel in Buchen über das Judentum getan hat, im dienstpolizeilichen Weg entsprechenden Vorhalt gemacht. gez. Dr. E. v. Sallwing." Hoffentlich hat Herr Nikolaus Freitag bei diesem „Vorhalt" für das „Stinkertum" eine ausreichende „N a f e" erhalten! — Die „Staatsbürger-Zeitung" hatte am 3. September vorigen Jahres unter der Ueberschrift „Jüdische Eide" einen Leitartikel veröffentlicht, der eine grobe Beschimpfung der jüdischen Religion enthielt und uns veranlaßte,' gegen den verantwortlichen Redakteur der „Staatsbürger -Zeitrmg" Strafanzeige zu erstatten. Der Erste Staatsanwalt bei bcm Landgericht I Berlin teilte uns mit, daß gegen Herrn Redakreur Willi Buch-Buchow Anklage aus § 166 des Strafgesetzbuchs erhoben, der auf den 18. Januar d. I. anberaumte Termin aber wegen Vernehmung eines auswärtigen Sachverständigen aufgehoben wurde. Ein neuer Termin ist noch nicht bestimmt. — Die am 27. Januar im „Klindworth Scharwenka- Saale", Berlin IV., Lützowstr. 76, abgehaltene allgemeine .Versammlung des Central-Bereins leitete der Vorsitzende, Herr Justizrat Dr. Hör w i tz, mit einem Hinweis auf den Geburtstag des Kaisers ein, von dessen Gerechtigkeitsgefühl die deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens als treue Söhne des Vaterlandes die Verwirklichung ihrer verbrieften Rechte vertrauensvoll erwarten. In den Jubelrnf, mit dem die von allen Anwesenden stehend angehörte Ansprache schloß, stimmte die Versammlung einmütig begeistert ein. Dann erfüllte ein Vortrag des Fräulein Sidonie Werner aus Hamburg über die „Aufgaben der jüdischen Frauen im öffentlichen Leben" in hohem Grade die Verheißung des Vorsitzenden, daß diese Leistung die festliche Stimmung der Versammlung noch erhöhen werde. Unter wiederholten lebhaften Kundgebungen herzlichen Beifalls führte die Rednerin etwa folgendes aus: Nicht in blutigen Kriegen wird die Größe eines Staates errungen. In den Werken des Friedens baut die Kulturwelt

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