Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 3 (März 1910)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1910-03-01
- Page
- 164 (sequence 5)
- Language
- German
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164 Im beutfchei i Reich. das mir unterlaufen ist, spreche ich gern und um so lieber meine Entschuldigung aus, als ja die in dem Artikel zu meinem Schrecken dargestellte Gesinnung weder der meinigen entspricht noch sich irgendwie mit meiner sozialen, politischen und sonstigen gesellschaftlichen Stellung in Einklang bringen läßt. (Ich habe jetzt bereits den sechsten jüdischen Assistenten!) Ich denke, daß mit diesem nach jeder Hinsicht offenen Eingeständnis der Schein, der namentlich nach Herrn Gmelins Worten auf mich, meine Stellung und meine Gesinnung fallen könnte, beseitigt und meine immerhin hier und da irr der Deffentlichkeit genannte Person so hingestellt ist, wie sie meine Freunde, auch die jüdischen Glaubens, kennen." Hochachtend Or. Georg Liebe, Waldhof-Elgershausen. — Am 20. v. M. haben wir die Redaktion der inEssen- Ruhr erscheinenden Zeitschrift „Feld und Wald" darauf aufmerksam gemacht, daß eine in den letzten Nummern ihrer Zeitschrift veröffentlichte Novelle „Liebe rostet nicht" von Theo Liefertz bei unfern Mitgliedern lebhaften Unwillen hervorgerufen hat, weil eine darin vor geführte verbrecherische Persönlichkeit bei jeder Gelegenheit als „Jude" bezeichnet sei. Wir haben dabei betont, daß bei allen andern Personen, die in der Novelle Vorkommen, das Religionsbekenntnis unerwähnt geblieben ist, und daß die Eigenschaften, die dort dem Juden angedichtet wurden, keineswegs typisch sind, der Verfasser aber offenbar die Absicht gehabt hat, solche Eigenschaften, den Juden im allgemeinen anzudichten. Der Herausgeber der Zeitung, Herr W. G i r a r d e t in Essen, hat uns darauf geantwortet: „Ich bedauere außerordentlich, daß der Inhalt der Novelle Anstoß erregen konnte, und versichere, daß mir eine kränkende Absicht durchaus ferngelegen hat. Ihre Mitteilung veranlaßt mich, eine sorgfältige Prüfung derartiger zum Druck vorgesehener Stücke vornehmen zu lassen, damit die Wiederholung eines unliebsamen Falles, wie des vorliegenden, vermieden wird." Wir sind mit dieser Antwort zufrieden gewesen und hoffen, daß die zahlreichen jüdischen Leser der Zeitschrift