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Im deutschen Reich · 1910-03-01 · Heft 3 (März 1910) · p. 163

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
16 (1910)
Issue
Heft 3 (März 1910)
Article
[Ohne Titel]
Date
1910-03-01
Page
163 (sequence 4)
Language
German
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Bereinsnachrichten. 163 sie nicht an den heutigen genug haben? Ich meine, an jenen ungewaschenen Gestalten mit den langen Ringellocken an den Ohren, die in ihren schmutzigen Kaftanen mauschelnd und schachernd den Brühl zieren. Und dabei ist über diese die Kultur von Jahrtausenden hinweggegangen. Was mögen jene nun erst für Gesellen gewesen sein, von denen die alten Aegypter nichts sehnlicher wünschten, als sie loszuwerden? Ich glaube, der Brühl wimmelt zurzeit der Messe von Waisenknaben." Ein Vereinsmitglied in Worms hat das betreffende Heft seinem Schulinspektor unterbreitet und darauf die Mitteilung erhalten, daß der Redakteur der „Neue Bahnen" dem Schulinspektor in einem ausführlichen Schreiben erklärt habe, er fei mit den Ausführungen Sickers durchaus nicht einverstanden gewesen, vermeide aber grundsätzlich „Fußnoten der Redaktion". Er bedaure, daß der Beschwerdeführer die Redaktion mit dem Verfasser in einen Topf werfe, und könne ihn nur bitten, sich alles anzusehen, was aus der Redaktion selbst hervorgegangen sei. Der Artikel sei nur ausgenommen worden, weil es willkommen sei, wenn eine Stimme von außerhalb sich über ihre Arbeit ausspreche. — Mit dieser Entschuldigung wird in keiner Weise der berechtigte Vorwurf beseitigt, daß ein von Lehrern und für Lehrer geschriebenes Organ aus angeblichem Freisinn Aussprüche eines rohen Antisemiten in dem Jargon antisemitischer Radauversammlungen aufnimmt, Schimpfworte und Verhöhnungen Andersgläubiger duldet und weiter verbreitet. Das ist in der Tat ein sehr weitgehender „Freisinn", der mit unserer Auffassung von erziehlichem Einfluß nicht zu vereinen ist. — In unserem Januarheft hatten wir bezüglich eines in der Zeitschrift „Der Arzt als Erzieher" veröffentlichten antisemitischen Artikels eine von Herrn Otto Gmelin abgegebene Erklärung abgedruckt. Dies hat Herrn Or. med. G. Liebe, Waldhof - Elgershausen, den Anlaß gegeben, sich ebenfalls dagegen zu verwahren, daß er aus antisemitischen Gründen die Aufnahme jenes Artikels veranlaßt habe. Es sei ihm nur das Versehen passiert, daß er in dem Glauben, einen von ihm schon durchgelesenen Aufsatz des Erziehungsresormers Hausse vor sich zu haben, das ungelesene Manuskript „National" der Sendung nach München deigefügt habe. Herr Dr. Liebe schreibt: „Für ein Versehen,

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