Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 3 (März 1910)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1910-03-01
- Page
- 162 (sequence 3)
- Language
- German
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162 Jrn deutschen Reich. — Ja der Nummer II der „Chemiker-Zeitung" des vorigen Jahrganges hat die Agrikultur-chemische Versuchsstation Köslin einen promovierten jungen Chemiker (Christ) gesucht. Dies veranlaßte uns, an den Herrn Vorsitzenden der Land Wirtschaftskammer für Pommern in Stettin die Bitte zu richten, die Versuchsstation Köslin darauf hinzuweisen, daß es für eine staatlich unterstützte, nicht konfessionelle Anstalt unzulässig sei, geeignete inländische Personen lediglich ihrer Religion wegen von der Bewerbung auszuschließen. Der Vorsitzende der LrmdNnrLschaftskammer erwiderte, er sei nicht in der Lage, aus unsern Antrag näher einzugehen, da die Anstellung sämtlicher Beamten der Landwirts ch asts kämm er eine interne Angelegenheit dieser Kammer sei. Die Satzungen der Kammer charakterisieren diese aber als eine Korporation des öffentlichen Rechts; ihre Beamten sind nach reichsgerichtlicher Entscheidung mittelbare Staatsbeamte. Bei dieser Sach- und Rechtslage durfte die Kammer noch weniger als eine Privatperson das Gesetz vom 3. Juli 1869 unbeachtet lassen. Wir haben deshalb am 22. September 1909 an den Herrn Minister für Landwirtschaft, Domänen und Forsten den Antrag gestellt, „der Landwirtschaftskammer die Anweisung geben zu wollen, auf unsere Eingabe vom 13. April sachlich näher einzugehen". Darauf ist uns von dem Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten am 1. Februar nachstehendes mitgeteilt worden: „Die LaudwirLschaftskammer für die Provinz Pommern in Stettin, die ich zur Sache gehört habe, wird künftig bei SLellenausschreibungen Hinweise der beanstandeten Art unterlassen. gez. i. B. von Conrad. — Die int Verlage R. Boigtländers in Leipzig erscheinende Zeitschrift für Erziehung und Unterricht „Neue Bahnen" brachte im Heft 11 des 20. Jahrgangs einen von dem Kartographen Georg S i ck e r verfaßten Artikel „Kinder, Schule und Lehrer", in dem es getadelt wird, daß Kinder im ersten Schuljahre so viele Bibelverse und biblische Geschichte lernen müssen. Dann fährt Sicker fort: „Aber zum Teufel!" sage ich, „was kümmern denn unsere Kinder die alten Juden, die da unten an den Gestaden des Jordan oder in sonst einem Schmutzwinkel gehaust haben? Sollten