Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 3 (März 1910)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1910-03-01
- Page
- 161 (sequence 2)
- Language
- German
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Vereinsnachrichten. 161 übrigen b e dauere i ch es, B e f r e m ben erregt z u habe n. Dazu lag kein Anlaß vor. Die Nachricht der Thorner „Presse" ist falsch oder zum mindesten in ihrer unrichtigen Wiedergabe irrführend. Ich habe, wie schon oben erwähnt, nicht „von jüdischen Grundbesitzern" allgemein, sondern ich habe von individuell bestimmten Güterhündlern jüdischer Konfession — ohne Namensnennung — gesprochen. Ich habe aber diesen vor allem nicht die strafbare Zuwiderhandlung gegen gesetzliche Verpflichtungen zur Last gelegt, sondern ich habe lediglich die Notwendigkeit einer Erweiterung der. Anzeigepflicht bei Grnndstücksverkäufen mit den aus der geschäftlichen, und zwar in dieser Beziehung einwandfreien Tätigkeit obiger Personen gewonnenen Erfahrungen begründet." Es befriedigt uns, daß der Herr Landrat zugibt, die jüdischen Grundbesitzer hätten als Grundstückshändler einw a nd f r c i gehandelt. Aber um so mehr war es überflüssig und unangebracht, bei Erwägung dieser einwandfreien Tätigkeit die „jüdische Konfession" besonders hervorzuheben. Eine derartige Hervorhebung der Konfession von amtlicher Stelle, und zwar in Fällen, wo es auf die Konfession gar nicht ankommt, wird immer Befremden erregen, und besonders in den Ostmarken, wo die Juden eine Stütze des Deutschtums bilden, verletzend wirken. Dagegen zu remonstrieren, erachten wir stets als unsere Pflicht. — Unser im Dezember Heft enthaltener Bericht über eine im „Litauischen Kalender" veröffentlichte antisemitische Reklame für das Geschäft des Herrn Robert Rau dies in Tilsit hat den Vertreter der Firma Meyer Adolph Nathan in Hamburg, Herrn Moritz W a n g e n h e i m in Berlin NO., Prenzlauer Allee 50, veranlaßt, uns mitzuteilen, daß Herr Raudies allen Grund habe, die Juden in Ruhe zu lassen, da jüdische Lieferanten bei seinem Konkurse im Februar 1.905 nur 18 Prozent erhalten und dadurch Tausende verloren haben. Auf Anfrage in Tilsit ist uns bestätigt worden, daß vor einigen Jahren Raudies im Konkurse war, bei dem viele jüdische Firmen G,eld verloren haben. Unser Vertrauensmann hat in Tilsit sechs Beteiligte sestgestellü es dürften aber viel mehr sein. Solcher „Raudies" gibt es manche!