Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 3 (März 1910)
- Article
- Berlin
- Date
- 1910-03-01
- Page
- 155 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2316602-2316791-2316795-2342966--20126-2343035- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Korrespondenzen. 155 I. K. O. über ihre Unterhandlungen mit der türkischen Regiegierung, betreffend die Zulassung der jüdischen Kolonisation im Orient, entgegenzunehmen. Als Vertreter des Präsidiums der Ä. I. K. O. eröffnete Herr vr. Isidor Ginsoerg die Tagung mit einem Referat über die gegenwärtige Lage der osteuropäischen Judenheit, welche die Schaffung eines neuen Abslußgebietes für den jüdischen Emigrantenstrom dringend verlange. In der A. I. K. O. haben die ans die dauernde Linderung der Judennot durch Ansiedelung unserer heimatlos nmherirrenden Brüder in den Ländern der liberalen und toleranten Türkei gerichteten Bestrebungen einen Kristallisationspuukt gefunden. Alsdann berichtete der Vorsitzende des geschäftsführenden Ausschusses der A. I. K. O., Herr Dr. Alfred Nossig, über seine Unterhandlungen mit den Vertretern der türkischen Regierung und des jungtürkischen Komitees. An der weiteren Besprechung beteiligten sich die Herren Dr. Hildesheimer, Dr. Dzialoszynski, Berget und Marcus; des letzteren Aufforderung zur Unterstützung des guten Werkes ergab reichliche Zuwendungen zur Weiterführung der begonnenen Tätigkeit. , — Die „S taatsbürger - Zeitung" hat am 1. Februar d. I. unter der Ueberschrift „Russische Konsultat i o n e n" folgende Notiz gebracht: „Seit einem Jahre werden die Berliner Aerzteschaft und das Publikum künstlich in Erregung gehalten durch Gerüchte, als ob hervorragende Vertreter der Medizin an Dritte Provisionen für die Zuführung von Patienten gezahlt hätten. Das einseitige, ohne Anhörung des Beschuldigten gefällte Urteil eines Gerichtshofes und das etwas voreilige Urteil eines ärztlichen Ehrengerichts haben sich als v ö l l i g u n b e g r ü n d e t erwiesen. Das Ministerium hat nach eingehender Untersuchung vor einigen Wochen das Verfahren gegen die Professoren Senator und Ewald eingestellt. Gestern ist weiter, wie wir erfahren, Professor Posner vom Disziplinargericht für nichtrichterliche Beamte nach umfangreicher Verhandlung von allen Punkten der Anschuldigung unter Auferlegung der Kosten des Verfahrens auf die Staatskasse freigesprochen worden. So ist denn allen denen, die in leichtfertiger Weise an geschuldigt wurden, eine glänzende Genugtuung zuteil geworden." — W e m damit das Antisemitenblatt leichtfertige Beschuldigung