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Im deutschen Reich · 1910-03-01 · Heft 3 (März 1910) · p. 140

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
16 (1910)
Issue
Heft 3 (März 1910)
Article
Der Antisemitismus in der deutschen Aerzteschaft
Date
1910-03-01
Page
140 (sequence 3)
Language
German
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140 Im deutschen Reich. heimnisse des Krankenhaus-Kasinos werfen, mit denen sich der Central-Verein noch zu beschäftigen haben wird. Kehren wir zu den Ausführungen des vr. Werner in dieser Zeitschrift zurück. Er fetzte weiter auseinander, wie viel die Kollegialität den jüdischen Aerzten gegenüber in zahlreichen Standesvereinen zu wünschen übrig ließe, daß viele Vereine keine Juden aufnehmen, eine für Berliner Verhältnisse offenkundige Tatsache. Und der Medicus politicus? Er wirft dem Or. Werner „elegante" Beweisführung vor. Er selbst aber verschweigt elegant alle die von Werner angeführten Argumente. Dafür holt er zu einem wuchtigen Schlage aus. Er greift willkürlich eine schwache Stelle heraus und stößt zu. Das ist die S Lelle n-Vermittlun g des Leipziger Verbandes, die schon öfter böses Blut gemacht hat. In seiner nicht ganz objektiven Kampfesweise behauptet der ICedicus politicus, daß Werner den Verband „als Hort des Antisemitismus verdächtigt" habe und gegen die „Organisation" zu Felde ziehe. Das ist ein Irrtum. Klage geführt wurde über die traurige Tatsache, daß in dem Verbände, dessen Mitglieder sich doch, wie der Name sagt, wirtschaftlich stützen wollen, die jüdischen Mitglieder wirtschaftlich geschädigt werden, indem sie in der Stellentafel des offiziellen Organs von zahlreichen Kollegen ausgeschlossen werden, die Vertreter und Assistenten suchen. Aber freilich, Or. Werner hat behauptet, daß dies in drei Viertel aller Gesuche der Fall ist. Der Medicus politicus rechnet ihm aber aus der letzten Nummer nach, daß dies bei weitem zu hoch gegriffen ist. Wir wollen dies zugeben, auch, daß jetzt in dem Stellen-Nachweis statt „Christ" nur „Angabe der Konfession" schamhaft paradiert. Dennoch bleibt noch genug übrig. Nehmen wir die letzte Idummer, Nr. 6 der „Aerztlichen Mitteilungen" zur Hand, so findet sich bei 9 Assistentenstellen viermal und bei 22 Vertreterstellen siebenmal das ominöse Wort „Angabe der Konfession". Sapienti sat. Und ob alle diejenigen, die die konfessionelle Beschränkung nicht verkünden, nun wirklich sich die Bewerber nur nach Tüchtigkeit und Charakter erküren? Und warum ist es der „Berliner Aerztekorrespondenz" und dem

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