Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 3 (März 1910)
- Article
- Judenfurcht
- Date
- 1910-03-01
- Page
- 137 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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.Judensurchl." 137 ausgeschlossen sind. Wenn sich unter diesen nach Millionen zählenden Beamten und Angestellten (die Eisenbahnen Deutschlands beschäftigen allein 700 000 Beamte und Angestellte) einige wenige befinden, dann beweist diese winzige Ausnahme nichts gegen die Regel. Die geringfügige Anzahl jüdischer Richter, denen ohnehin eine gewisse Grenze in ihrer Karriere gezogen ist, kann hier nicht in Betracht kommen. Es ist unnötig, auf dieses allgemein bekannte Thema näher einzugehen; man versuche nur, die Juden in irgendwelche staatliche Betriebe zuzulassen, damit sie sich in der großen Masse verteilen und dadurch die Berufe entlasten können, in denen sie jetzt in relativ großer Anzahl in die Erscheinung treten. Man würde sehen, wie viele sich auch für die niedrigsten Stufen melden werden; denn die Armut unter der deutsch-jüdischen Bevölkerung ist entgegen der Annahme, ungeheuer, und die wohltätigen Stiftungen und Anstalten reichen ebensowenig wie bei den anderen Gemeinden aus, um die Armut, den Bettel und andere damit verbundene Mißstände aus der Welt zu schaffen. Es bedarf auch gewiß keiner näheren Beleuchtung, daß Mitglieder der Bevölkerung, denen es kaum möglich ist, Straßenkehrer, Nachtwächter, Schutzmann, Briefträger, Eisenbahnschaffner, Matrose, Unteroffizier oder gar Leutnant, Landrat, Regierungspräsident usw. zu werden, sich denjenigen Berufen widmen, die ihnen die Möglichkeit bieten, sich eine Lebensstellung zu erringen, und wenn diese Berufe alsdann relativ viele Bekenner des israelitischen Glaubens aufweisen — wem ist. somit die Schuld beizumessen? Die Volkszählung von 1910 wird in Deutschland eine Bevölkerungsziffer von annähernd 65 Millionen, darunter etwa 60OO00 Juden, also beinahe ein Prozent, aufweisen, und vor dieser verschwindenden Minderheit predigt der oben angeführte Artikel die Judensurcht; denn er schreibt: „Lassen wir aber den Karren so weiter laufen, wie er jetzt läuft, so werden die nichtjüdischen Bevölkerungselemente schließlich die Geduldeten sein, und wir werden eine jüdische Suprematie auf so ziemlich allen Gebieten des öffentlichen Lebens haben." Difficile es.t ~ satiram non scribere! Nein, Herr Verfasser, so wird es nie und nimmer in Deutschland fourmcn; ein Volk, das Männer wie Friedrich den