Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1910)
- Article
- Hamburg
- Date
- 1910-02-01
- Page
- 107 (sequence 3)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 107 Palästin a - Ressorts, das seit dem 20. August 1907 damit betraut ist, die Palästinaarbeit zu organisieren und zu leiten. Or. Tschleno w - Moskau beantragte Gründung einer Agrarbank,- Kann-Haag sprach über Handel und Industrie in Palästina. Am Mittwoch hielt der bekannte Berliner Sozialökonom vr. Fr. Oppenheimer einen Vortrag über das System der S i e d e l u n g s g e n o s s e n s ch a f t e n, das zwar in Deutschland keinen Erfolg gehabt habe, sich aber für Palästina sehr gut eignen würde. Nachdem Dr. Bodenh e i m er -Köl n mitgeteilt hatte, daß der Vorstand aus dem Nationalfonds für einen Genossenschaftssonds 100 000 M. stifte, wurden sofort mehrere andere Stiftungen angemeldet. Dann sprach Flor en Lin-Saloniki über „Die kulturelle Lage der Juden in der Türkei". Stürmischen Beifall erweckte die Anregung des Mannheimer Bankiers Julius Simon, die europäischen Geschäfte der jüdischen Kolonialbank zu liquidieren und die Bank von London nach Jerusalem zu verlegen. Am Donnerstag wurden über die Palästinaarbeit weitere Erläuterungen durch Professor Warb ur g-Berlin erteilt und dabei mitgeteilt, daß die zionistischen Finanzinstitute besonderen Wert auf die Erlangung von Konzessionen für Verkehrsunternehmungen in Palästina legen und dafür Mittel bereit halten. Mit der allmählichen Liquidierung der europäischen Geschäfte der Kolonialbank erklärte er sich einverstanden. Hierauf gelangte der Oppenheimsche Antrag, die Siedelu-ngsgenossenschaften betreffend, einstimmig zur Annahme. Die Einsetzung eines besonderen Agrarkredit aus schusses und die Einschränkung der europäischen Geschäfte der Kolonialbank wurden beschlossen, die Verlegung der Bank nach Palästina aber a b gelehnt. Der Antrag auf Vereinheitlichung des Bureaus wurde einer Kommission überwiesen, ein solcher auf Ankauf von Oedländereien und auf Errichtung von Arbeiter- Häusern in Palästina der Verwaltung des Nationalfonds zum Studium empfohlen. Man erklärte es dann als Pflicht jedes Zionisten, einen „Dunam" Land in Palästina anzukaufen und dem Kolonialausschüß zur Verfügung zu stellen und votierte dem Leiter der Palästinaarbeit, Professor Marburg, besonderen Dank. Nach einer stürmischen Nachtsitzung erfolgte am Freitag früh 4 Uhr unter den üblichen Dank-