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Im deutschen Reich · 1910-02-01 · Heft 2 (Februar 1910) · p. 106

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
16 (1910)
Issue
Heft 2 (Februar 1910)
Article
Hamburg
Date
1910-02-01
Page
106 (sequence 2)
Language
German
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106 Im deutschen Reich. ständen ablehnen. Das nationale Judentum sei das Grundgesetz im Leben der Zionisten; ein anderer Zionismus wäre nicht mehr der seine. Demnächst wurde Nord au zum Vorsitzenden gewühlt. In der Nachmittagssitzung erstattete So ko low-Köln den Bericht des Aktionskomitees. Daran schloß sich eine sehr erregte Debatte, in deren Verlauf Dt. P as m a nik - Genf sich scharf gegen die Leitung äußerte und verlangte, daß man ihr das Absolutorium verweigere. Dt. Thon- Krakau schlug einen milderen Ton an, behauptete aber dennoch, daß der Leitung der enge Zusammenhang mit den jüdischen Massen fehle. Pool-Hengelo richtete Angriffe gegen den Direktor der Jüdischen Kolonialbank und auch Deiche s - London sprach als Oppositionsredner. Am andern Tage nahm Or. David W o l f s o h n-Kö l n die Tätigkeit des Aktionskomitees energisch in Schutz, wobei es zu sehr erregten Szenen kam. Or. Löwe-Berlin verteidigte ebenfalls die bisherigen Maßnahmen der Leitung und betonte, daß es nur an den russischen Verhältnissen liege, wenn dort der zionistische Nachwuchs fehle. Nach stundenlanger Debatte erklärte Or. Wolfsohn im Schlußwort, daß gerade der Protestler sich von der praktischen Arbeit serngehalten hätte. Wenn selbst von berufenen Vertretern bei den Kongreßverhandlungen stets die Schattenseiten hervorgehoben würden, dann könne keine Autorität herrschen. Von den russischen Landsmannschaften lag eine Resolution vor, wonach der Leitung nur ein beschränktes Vertrauensvotum erteilt werden solle. Der Präsident bezeichnete die Annahme einer solchen Resolution als Mißtrauensvotum. Die Resolution wurde hierauf zurückgezogen. Im Namen der südafrikanischen Landsmannschaft beantragte der Delegierte Keßler eine unbedingte Vertrauenskundgebung für die Leitung des Aktionskomitees. Das Vertrauensvotum wurde dann auch mit überwiegender Mehrheit angenommen. In der Sitzung am Dienstag vormittag gab Or. Nord au bekannt, daß aus ein Huldigungstelegramm an den Kaiser folgende Antwort eingetroffen sei: „Se. Majestät der Kaiser haben den Huldigungsgruß der dort versammelten Zionisten gern entgegengenoinmen und lassen dafür bestens danken. Im Allerhöchsten Aufträge gez. Valentini, Kabinettsrat." Sodann erstattete Professor Marburg -Berlin den Bericht des

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