Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1910)
- Article
- [Ohne Titel] / A. L.
- Date
- 1910-02-01
- Page
- 91 (sequence 8)
- Language
- German
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Umschau. 91 „Deutsche Freisinnige VoLLsxartei" bilden. Gegen nur zwei Stimmen hat die „Deutsche Volkspartei" bereits das -Einigungsprogramm angenommen, wobei der Parteitag den festen Willen kundgab, aus manche Wünsche zu verzichten, um der „Eigenbrödelei" ein Ende zu machen, die nur den Gegnern jedes gesunden Fortschritts förderlich war. Wie die erste erfreuliche Folge der Einigung der liberalen Parteien, die gemeinsame liberale Kandidatur des Justizrats Dr. Appelius in Eisenach, von den Antisemiten ausgesaßt wird, geht aus folgenden Worten der „Staatsbürger-Zeitung" hervor: „Die nationalliberale Partei rückt ganz entschieden nach links ab. Das wird für die r e ch t e n P a r L ei e n n a t u r a e m a ß e r n st e Folgen haben, vornehmlich die eine, daß die Rechte ihre Erfolge in der Zusammenfassung ihrer eigenen Kräfte und völligen Trennung vom Liberalismus suchen wird. Das Fazit aber ist auch hier ein weiterer Schritt zur Klärung der Parteikonstellation." Diese Drohung mit der Zusammenfassung der rechtsstehenden Parteien wird niemand schrecken; was in dieser Beziehung geleistet werden konnte, ist bereits geschehen und hat seine Wirkung getan. Es ist hohe Zeit, daß das deutsche Volk sich von denen abwendet, die ihm Steine statt Brot geben, es mit nationalen Phrasen regalieren, aber keine echte nationale Denkungsweise bekunden. Mit einer solchen ist es unvereinbar, sich mit Czechen zu verbrüdern, die Polnaaffären. inszenieren, und sich für russische Pogrome zu begeistern, was wohl den eigenen antisemitischen Neigungen entspricht, aber keinem deutschen Empfinden; denn die ezechischen und russischen Antisemiten sind jederzeit ehrlich genug gewesen, zu bekennen, daß sie das Deutschtum weit msehr hassen als das Judentum. Selbst die polnische Antisemitenpresse befehdeh die Juden in den Ostmarken weit weniger aus konfessionellem Vorurteil oder aus Rassenhaß als aus dem Empfinden heraus, daß der Jude in ihrem Lande ein Pionier des Deutschtums war und noch ist. Von Leuten, die alles durch die antisemitische Brille betrachten, wird dies niemals anerkannt werden; für sie ist der nationale Begriff dazu da, ihre Parteizwecke zu fördern. Weil der alte antisemitische Rufer im Streit, Lieber m a n n v. Sonnen-