Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 16 (1910)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1910)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1910-01-01
- Page
- 41 (sequence 7)
- Language
- German
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Bereirisnachrichten. 41 Nach den erschöpfenden Ausführungen der beiden Vortragenden konnte die Debatte nur noch einige Momente zur Ergänzung des Gesagten bringen. Die Herren Kirschner, Hirsch feld und B ilews ki gaben der Zustimmung zu den Worten der Vortragenden zum Teil unter besonderem Hinweis aus einzelne Punkte Ausdruck. 11. a. wurde zu dem Kapitel des gewerblichen Antisemitismus ernstlich getadelt, daß nicht selten jüdische Geschäftsinhaber die Anstellung jüdischen Personals ablehnten. Herr Justizrat Holz richtete an die anwesenden Vertreter aus der Provinz die dringende Aufforderung, für die Ideen des Central-Vereins in ihren Gemeinden zu wirken. Eine von Herrn Direktor Wohlmuth beantragte Resolution, durch welche der Vorstand der Königsberger Ortsgruppe beauftragt wird, die Bildung einer oft preußischen Provinzial Organisation schleunigst in die Wege zu leiten, fand einstimmige Annahme. Nach Schluß der Versammlung fand eine Besprechung statt, an der außer dem Vorstand der Ortsgruppe und den beiden .Vortragenden die Vertreter aus den ostpreußischen Provinzialgemeinden teilnahmen. Sehr erfreulich ist, daß als unmittelbarer Erfolg der Versammlung der Beitritt von mehr als 50 Mitgliedern, darunter zahlreichen Damen, zu verzeichnen ist. — Am 27: November veranstaltete die Ortsgruppe Frankfurt a. M. im großen Saal der Loge Carl am Mozartplatz eine Versammlung, in der das Mitglied des Zentralvorstandes, Herr Rechtsanwalt Sonnenfeld - Berlin, einen Vortrag über „Modernes Strafrecht und jüdische Ethik" hielt. Die Versammlung erfreute sich eines für Frankfurter Verhältnisse ausgezeichneten Besuches, insbesondere waren zahlreiche Damen erschienen. Der Vorsitzende der Ortsgruppe Frankfurt a. M., Herr Or. med. Mainzer, bedauerte in seinen Begrüßungsworten, daß die jüdische Bevölkerung Frankfurts, die allen philanthropischen Werken ein geradezu sprichwörtliches Interesse entgegenbringe, für die auf die Durchführung der Gleichberechtigung der deutschen Juden gerichteten Bestrebungen ein verhältnismäßig geringes Interesse habe. Das sei zwar aus den historischen Verhältnissen der alten Gemeinde zu erklären; immerhin